Linz – Forschern der Linzer Johannes Kepler Universität ist es in Zusammenarbeit mit der slowakischen Akademie der Wissenschaften jetzt erstmals gelungen, einen leistungsstarken internationalen Rechnerverbund für eine Hochwassersimulation zusammenzustellen. Entstanden sind die Forschungsergebnisse im Rahmen des EU-weiten „Cross- Grid-Projects“.

Grid-Computing ist ein spezielles Verfahren, bei dem die Rechenleistung von vielen Computern innerhalb eines Netzwerkes so zusammengefasst werden, dass über den reinen Datentausch hinaus auch parallele Lösungen von rechenintensiven Problemen möglich sind.

„Unser Ziel war es zu testen, welchen Nutzen das Grid für die Bevölkerung im Fall von Krisensituationen wie etwa bei einem Hochwasser hat“, klärt Dieter Kranzmüller vom Institut für Graphische und Parallele Datenverarbeitung (GUP) im Standard-Gespräch auf. „Durch die Vernetzungen und das parallele Arbeiten der einzelnen Rechner hat man die Möglichkeit, fast alle über die Gefährlichkeit eines Hochwassers entscheidenden Messwerte gleichzeitig zu erfassen. Raschere Evakuierungen sind im Ernstfall dann möglich“, so Kranzlmüller.

Abseits von den „trockenen“ Rechendaten besteht an der Linzer Uni auch die Möglichkeit, die Auswirkungen eines Hochwassers fast hautnah zu erleben. „Im Cave des Virtual Reality Center können wir mittels dreidimensionaler Computergrafik Überflutungen simulieren und so Konsequenzen besser abschätzen“, erläutert der Linzer Uni-Professor. (mro, DER STANDARD Printausgabe, 20./21.08.2005)