Sicherheitsscan eines Rucksacks am Flughafen: In Österreich gebe es keine Lücken mehr, beteuern die Verantwortlichen

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Wien – Die durch einen Bericht des Standard bekannt gewordenen Sicherheitsmängel bei Passagierkontrollen am Flughafen Wien-Schwechat wurden behoben – das erklärte am Freitag Heribert Ressmann, der Geschäftsführer der flughafeneigenen Sicherheitsfirma VIAS (Vienna International Airport Security Services). Auch in den Flughäfen Innsbruck, Salzburg, Graz und Linz hieß es: keine Probleme.

Wie berichtet, hatten es bei einem Undercover-Test des Amtes für Verfassungsschutz und Terrorbekämpfung am 12. Juli zwei bewaffnete Personen geschafft, durch die Sicherheitskontrollen zu gelangen – eine Schreckschusspistole und zwei Pfeffersprays blieben unentdeckt. In der schriftlichen Meldung konstatierten die Staatsschützer „schwerwiegende Mängel“.

Man habe aus der Überprüfung „gelernt“, versicherte Ressmann. Bei einem neuerlichen Test erst vor einer Woche seien alle verbotenen Gegenstände aus dem Verkehr gezogen worden. Pro Jahr werden rund 3500 gefährliche Dinge einkassiert, darunter Messer, Feilen, Baseballschläger, Motorsägen und Heckenscheren.

Getarntes Messer

Verkehrs- und Innenministerium wiesen in der Vergangenheit mehrmals auf Kontrollprobleme hin, Details wurden aber nie preisgegeben. Im Vorjahr machte der Salzburger SP-Abgeordnete Johann Maier die Probe aufs Exempel und schmuggelte ein als Füller getarntes Messer durch die Kontrolle. In allen Flughäfen Österreichs werden Passagiere und Gepäck von Privatfirmen kontrolliert. Überall hieß es am Freitag, dass es kaum Beanstandungen bei den regelmäßigen amtlichen Undercover- Tests gebe.

„Schwierigkeiten gibt es höchstens mit Passagieren, vor allem aus dem Hohen Norden, die hochprozentigen Alkohol mit an Bord nehmen wollen“, erklärt der Salzburger Airportsprecher Richard Schano. 80-prozentiger Rum etwa sei brennbar und nicht erlaubt. Passagiere müssten entweder die halbe Flasche leeren und mit Wasser auffüllen oder das Getränk abgeben. „Da herrscht dann auf den Toiletten oft ein ganz schönes Gedränge“, schilderte Schano.

Entlassung droht

Noch ist nicht klar, ob es für die VIAS-Mitarbeiter, die die Waffen nicht entdeckt haben, Konsequenzen gibt. Die Undercover- Tester teilten dem Flughafen nicht mit, bei welchen Gates sie die Security auf die Probe stellten. Doch durch Auswertung der Videoüberwachung, mit der die Polizei den VIAS-Leuten über die Schulter schaut, konnten sie – mühsam, aber doch – ausgeforscht werden. Dem Vernehmen nach fordert der Schulungschef aus dem Innenministerium ihre Entlassung.

Doch die Belegschaft hält das für ein falsches Signal. Besser wäre es, mit besserer Bezahlung für Motivation zu sorgen, meint ein VIAS-Mitarbeiter, der nach eigenen Angaben einen Stundenlohn von acht Euro brutto verdient. Nach mühsamen Kollektivvertragsverhandlungen waren die Löhne im Juli um 1,7 Prozent erhöht worden. (simo, DER STANDARD Printausgabe, 20./21.08.2005)