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Washington - Videospiele, die mit Gewaltszenen gespickt sind, fördern nach einer neuen Studie kurz- ebenso wie langfristig aggressives Verhalten bei Kindern und Jugendlichen. Besonders anfällig für den Effekt sind Buben, berichteten Jessica Nicoll und Kollegen von der Saint Leo Universität bei Tampa (Florida) am Freitag auf einer Konferenz des Amerikanischen Psychologenverbandes in Washington. Das Team überprüfte und verglich die empirischen Daten von zahlreichen Untersuchungen der vergangenen 20 Jahre.

Demnach reichen schon zehn Minuten Videospielen, um Kinder eigenen Angaben zufolge aggressiver zu stimmen. Zitierte Lehrer erklärten, dass junge Teenager, die sich häufiger Videospielen mit viel Gewalt widmen, eher Streit mit ihnen und anderen Autoritätspersonen anfangen und Mitschülern öfter eins auswischen würden. Außerdem imitierten sie im Spiel mit Freunden genau jene Schläge und Karatebewegungen, die sie vorher auf dem Bildschirm gesehen hatten.

Mädchen würden wahrscheinlich deshalb weniger von Videospielen angezogen, weil das weibliche Geschlecht in ihnen selten mehr als eine Nebenrolle habe. Die Psychologen befürchten, dass die Spiele die größte Attraktion auf jene Buben ausüben, die auf Grund ihrer Persönlichkeit oder Lebensumstände am empfindlichsten auf den Einfluss gewaltsamer Szenen reagieren. Weitere Studien sollen diesen Zusammenhang beleuchten und zudem der Frage nachgehen, warum Heranwachsende ihre Zeit "lieber mit gewaltgespickten Videospielen verbringen als draußen herumzutoben".(APA/dpa)