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Die beiden Verdächtigen Thomas F. und Michael B.

Foto: APA
Wien - Obwohl der Mordfall an dem 39-jährigen Christian K. in Wien-Meidling im Großen und Ganzen geklärt, ist, herrschte zu Wochenbeginn weiterhin Rätselraten darüber, was die beiden 18-jährigen Verdächtigen dazu gebracht haben könnte, den Mann zu erstechen: Offenbar geschah der Mord, für den die Ehefrau als Auftraggeberin fungiert haben soll, als "Hilfsbereitschaft", sagte der Leiter der Kriminaldirektion 1, Ernst Geiger, am Montag bei einer Pressekonferenz.

"Vernichte die Spinne"

"Es ist für außen Stehende nicht so leicht nachvollziehbar, wie es zu einer solchen Tat kommen konnte", meinte Geiger, "sie wissen eigentlich selbst nicht, warum sie das für die Frau gemacht haben." Fest steht, dass die 35-jährige Annemarie K. und ihre drei Kinder im Alter von fünf, zehn und 13 Jahren unter Christian K. gelitten haben. Der 18-jährige Wiener Thomas F., zu dem Frau offenbar eine Nahebeziehung hatte, sah mit an, "wie der Mann die Familie tyrannisierte", schilderte der Kriminalist. Vor einigen Wochen verabredeten die beiden laut Polizei den Code "Vernichte die Spinne", der der Auftrag zur Tötung von Christian K. sein sollte.

Am Donnerstagabend hatten sich F. und sein gleichaltriger Freund, der Burgenländer Michael B., mit ihrem späteren Opfer in dessen Wohnung verabredet, um Marihuana zu rauchen, sagte Geiger. Kurz vor ihrem Eintreffen gegen 21.45 Uhr erhielt der Bursch den Code als SMS-Mitteilung. In der Wohnung selbst habe man sich mit Blicken ausgetauscht, so habe die Ehefrau wiederholt auf ihren Hals gedeutet.

Über 20 Messerstiche

Gegen 22.00 Uhr sollen die beiden Burschen den Mann mit über 20 Messerstichen im Schlafzimmer ermordet haben. Wer genau und wie oft zustach, konnte vorerst noch nicht rekonstruiert werden. Laut Erkenntnissen der Polizei haben die 18-Jährigen den Mann "in gemeinsamen Zusammenwirken" getötet. Anschließend sollte offenbar der Leichnam versteckt und von der Frau eine Abgängigkeitsanzeige erstattet werden, um die Tat zu vertuschen, vermutet man bei der Polizei. "Möglicherweise wären sie damit sogar durchgekommen", meinte Geiger.

Der unauffällige Abtransport des Toten wurde allerdings durch einen geplatzten Müllsack vereitelt: Als die beiden Verdächtigen gemeinsam mit der Ehefrau die darin verpackte Leiche im Aufzug transportieren wollten, riss das Plastik und worauf der Lift mit "massiven Blutspuren" verschmutzt war, sagte Geiger.

Verdächtige geschnappt

Annemarie K. blieb daraufhin nichts anderes übrig, als die Polizei zu verständigen, während die beiden Burschen mit der Leiche im Kofferraum flüchteten. Der Tote wurde unter einem Gebüsch im so genannten Karlwald im burgenländischen Halbturn nahe der ungarischen Grenze notdürftig versteckt. Später wollten die Jugendlichen zurückkehren und ihn vergraben. Dazu kam es allerdings nicht mehr: Am Sonntag wurden die Verdächtigen auf einem Firmengelände in der Karl-Sarg-Gasse in Liesing entdeckt. Das Fluchtauto, einen weißen Ford Mondeo, hatten sie am Frachtenbahnhof Guntramsdorf abgestellt. Sie und die Ehefrau befinden sich in Untersuchungshaft. (APA)