Innsbruck - Die Beschreibung und Benennung einer weltweit bisher unbekannten Schmetterlingsart ist einem Forscherteam aus Tirol und Frankreich gelungen. Die neue Art erhielt den Namen "Mazel's Steinnelken-Palpenfalter". Ihre Bestimmung wurde über eine mikroskopische Auswertung von Strukturen des Geschlechtsapparats vorgenommen.

Art der Palpenfalter

Die von Peter Huemer vom Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum und Jacques Nel, einem "Privatgelehrten" aus La Ciotat im Wissenschaftsmagazin der französischen insektenkundlichen Gesellschaft erstmals beschriebene und benannte Art gehört zur Familie der "Palpenfalter". Diese stellt in Europa mit etwa 650 Spezies eine besonders wichtige Gruppe dar, erklärte Huemer der APA. "Mazel's Steinnelken-Palpenfalter" (Caryocolum mazeli) trage seinen Namen zu Ehren eines französischen Amateurforschers, der die ersten Exemplare 2001 gefunden habe. Die etwa 13 Millimeter großen, braun- weiß-rostroten Falter seien ausschließlich in der Nacht an Lichtfallen registriert worden, sagte Huemer.

In Südwestalpen und den Pyrenäen gesichtet

Der neue Schmetterling sei bisher erst an wenigen Lokalitäten in den Südwestalpen sowie den Pyrenäen beobachtet worden. Das Verbreitungsgebiet des Falters reiche im Westen bis zum Monte Baldo im Gardaseegebiet. In Österreich sei der Schmetterling noch nicht nachgewiesen worden, erklärte Huemer.

Über die Biologie der Raupen gebe es keine sicheren Informationen, jedoch vermuten die Forscher eine Bindung an wild wachsende Nelkengewächse. Die nächstverwandte Art sei 1839 aus Polen beschrieben worden.

Möglich geworden sei das "zoologische Highlight" durch die Anwendung moderner Untersuchungsmethoden. Da die beschuppten Flügel nicht in allen Fällen eine sichere Artbestimmung zulassen, sei die Neuentdeckung über eine mikroskopische Auswertung von Strukturen des Geschlechtsapparates abgesichert worden. (APA)