Das deutsche Telefonunternehmen mobilcom und seine Internet-Tochter freenet stellen in dieser Woche die Weichen für ihre geplante Verschmelzung zu der neuen Holding telunico. Auf zwei Hauptversammlungen am Dienstag (mobilcom) und Donnerstag (freenet) werden die Vorstände den Aktionären Rede und Antwort stehen. Drei Viertel der anwesenden Aktionäre müssen den Plänen der Unternehmen zustimmen.

Bedenken

Gegen die Verschmelzung generell oder einzelne Details gibt es eine Reihe von Bedenken und Kritik, vor allem von Beschäftigten und teilweise auch von Kleinaktionären. Die Beschäftigten fürchten, dass der mobilcom-Großaktionär Texas Pacific Group (TPG) eine große Ausschüttung von 0,8 bis 1,0 Mrd. Euro anstrebt. Dadurch würde die Substanz des Unternehmens geschwächt und Arbeitsplätze könnten wackeln.

Der für die TPG-Mobilfunkbeteiligungen zuständige Manager Andrew Dechet hatte diese Befürchtungen in der vergangenen Woche als unbegründet zurückgewiesen. Gleichzeitig lehnte er es ab, sich bei der Ausschüttungspolitik oder der Zahl der Arbeitsplätze für die Zukunft zu binden. Die Beschäftigten hatten eine Aktionärsvereinbarung vorgeschlagen, nach der höchstens die erwirtschafteten Gewinne ausgeschüttet werden dürfen. Darauf will sich TPG, die 27,3 Prozent an mobilcom hält, nicht einlassen.

Zustimmung

Der Großaktionär TPG steht hinter den Verschmelzungsplänen und wird auf der Hauptversammlung zustimmen. Bei freenet hat mobilcom die Mehrheit, so dass die Zustimmung der Hauptversammlung sicher scheint. In beiden Häusern gehen die Vorstände davon aus, dass die Fusion ohne Probleme über die Bühne geht. Chef des neuen Unternehmens soll der bisherige freenet-Vorstandsvorsitzende Eckhard Spoerr werden. (APA)