Sofia/Wien - "Das ist purer Faschismus". Diesen Vorwurf erhebt die bulgarische Partei der Roma-Minderheit "Evroroma" gegen den TV-Sender "Skat". "Der Sender betreibt eine Anti-Roma und Anti-Türken-Propaganda, weshalb wir Beschwerde eingelegt haben", bestätigte Partei-Leader Tzwetelin Kanchew entsprechende Medienberichte auf Anfrage der APA am Montag. "Skat" strahlt unter anderem auch eine gleichnamige Sendung der neuen rechtsextremen Bewegung "Ataka" aus, bei der Parteichef Wolen Siderow als Moderator fungiert.

Hass geschürt

"Skat schürt in fast allen seinen Sendungen Hass gegen die Bevölkerungsminderheiten der Roma und Türken. Das ist nicht mal mehr Nationalismus, das ist purer Faschismus", empörte sich Kanchew. "Evroroma" habe nun gemeinsam mit dem "Bulgarischen Helsinki Komitee für Menschenrechte" Beschwerde "wegen Verbreitung von ethnischer Intoleranz" beim "Rat für elektronische Medien" (SEM) eingelegt. "Es liegt hier ein klarer Verstoß gegen die Verfassung vor und wir hoffen daher auf Sanktionen", erläuterte Kanchew. Er erwarte eine Entscheidung noch diese Woche.

Die Erlassung eines Sendeverbots für "Skat" ist laut Maria Stefanowa, ein Mitglied des SEM, unwahrscheinlich. Denkbar seien vielmehr Sanktionen in Form von Geldstrafen, erläuterte sie gegenüber dem bulgarischen nationalen Radiosender BNR. (APA)