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Sehen so Angela Merkel-Fans aus? Eher nicht...

Foto: REUTERS/Yiorgos Karahalis
Frankfurt/Main - Wirbel um die Verwendung des Rolling-Stones-Songs "Angie" im CDU-Wahlkampf: Das Management der Band äußerte nach einem Bericht des britischen Blattes "The Observer" Befremden über die Nutzung des Songs bei Wahlkampfauftritten von Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel. Diese hatte den Song bei mehreren Veranstaltungen - unter anderem auf Rügen, in Dresden und in Chemnitz - gespielt.

Man sei erstaunt, dass die Partei sich keine Erlaubnis für die Verwendung des Songs besorgt habe, zitiert die britische Zeitung am Sonntag den Sprecher der Band. Wenn man darum gebeten worden wäre, "hätten wir Nein gesagt", fügte er hinzu. Die CDU verwies unterdessen auf einen Vertrag mit der GEMA. Über sie habe man sich versichert, dass alles in Ordnung sei, zitierte das Blatt einen Sprecher. Bei der Pressestelle der CDU in Berlin war bis zum Montagnachmittag keine Stellungnahme zu erreichen.

Die GEMA ist nach eigenen Angaben für die Vergabe der Rechte in dem speziellen Fall aber gar nicht zuständig. Dies falle unter das Urheberpersönlichkeitsrecht und müsse mit dem Inhaber der Rechte in Deutschland - dem Essex-Musikvertrieb - abgeklärt werden, erklärte eine Sprecherin am Montag auf AP-Anfrage.

Bei der TJ Musikservice GmbH, die die Rechte von Essex in Deutschland vertritt, hat sich die CDU vor Nutzung des Liedes allerdings nicht gemeldet, wie Jens Ehlers von dem Hamburger Musikverlag erklärte. Man sei aber bereits mit der Partei in Verbindung. Offensichtlich habe diese nicht gewusst, dass die Verwendung des Songs nicht über den Vertrag mit der GEMA abgedeckt sei.

Welche Folgen die unerlaubte Nutzung des Liedes für die CDU hat, ist bisher noch unklar. Ehlers wollte sich nicht dazu äußern, wie genau der Verlag reagieren wird - und ob der Partei möglicherweise Geld-Nachforderungen ins Haus stehen. Die CDU werde aber bald Post von Essex bekommen, kündigte er an. (APA/AP)