Vom Hochwasser bisher am schwersten betroffen ist in Tirol das Paznauntal. Das erklärte der für Sicherheit zuständige Landesrat Konrad Streiter (V) am Dienstagnachmittag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Der Sachschaden sei immens.

"Man kann von einer großen Katastrophe sprechen", hielt Streiter fest. Allein im Paznauntal seien 30 Prozent des Straßennetzes kaputt. Tunnel seien teilweise verschlossen und zerstört. Laut Umweltminister Josef Pröll (V) handelt es sich im Paznauntal um ein 5.000-jähriges Hochwasser-Ereignis. Er sprach von einem "Katastrophensommer 2005" in Österreich.

Schäden im Lechtal "überschaubar"

Im Lechtal sind die Schäden laut Streiter "überschaubar". Es gebe "einzelne, schwere Fälle". Von Norden nach Süden und umgekehrt bestehe in Tirol vorerst keine intakte Straßenverbindung, sagte LHStv. Ferdinand Eberle (V). Gesperrt seien der Fernpass, der Übergang Scharnitz-Mittenwald, der Achenpass und Teile der Inntalautobahn A12. "Die Auswirkungen des Hochwassers sind wesentlich stärker, als noch gestern eingeschätzt", meinte Eberle.

Soforthilfe

Pröll und Eberle sicherten eine Soforthilfe für die Betroffenen aus dem Katastrophenfonds zu. Von Seiten der Bundesregierung werde gemeinsam mit den Ländern ein Maßnahmenpaket geschnürt. Jeder, der einen Schaden erlitten habe, könne den entsprechenden Antrag auf einen Zuschuss ab Mittwoch bei der jeweiligen Gemeinde stellen. Nach der Hilfestellung für in Not geratene Personen gehe es darum, die Infrastruktur rasch wieder herzustellen.

"Das Land Tirol als Bergland ist nicht gefeit vor Katastrophen, ob im Winter oder im Sommer", betonte Streiter. Dementsprechend sei man auch vorbereitet gewesen. Die Einsatzpläne hätten sich bestens bewährt. (APA)