Paris - Die Europäische Union (EU) hat nach französischen Angaben die für 31. August geplanten Atomgespräche mit dem Iran abgesagt.

Der Sprecher des Außenministeriums, Jean-Baptiste Mattei, sagte am Dienstag in Paris, der Iran habe inzwischen seine umstrittenen Nuklear-Aktivitäten wieder aufgenommen und breche damit ein 2004 geschlossenes Abkommen. Deutschland, Frankreich und Großbritannien verhandeln im Auftrag der EU mit dem Iran, um ihn zu einem Ende des Atomprogramms zu bewegen. "In gemeinsamer Absprache gibt es kein Treffen, solange die Iraner das Pariser Abkommen verletzen", betonte Mattei. In der französischen Hauptstadt hatte der Iran Ende 2004 zugesagt, während der Gespräche mit der EU alle Nuklear-Aktivitäten auszusetzen.

Aufgabe des Nuklear-Programms

Vor wenigen Wochen hatten die Europäer dem Iran einen Kompromissvorschlag mit wirtschaftlichen Anreizen bei einer Aufgabe des Nuklear-Programms vorgelegt. Die Islamische Republik lehnte jedoch ab. Anschließend hatte der Iran trotz internationaler Proteste seine Atomanlage in Isfahan wieder in Betrieb genommen. Dort wird die Urananreicherung vorbereitet. Die EU und die USA verdächtigen den Iran, heimlich Atomwaffen bauen zu wollen. Iran sagt hingegen, die Atomtechnologie diene lediglich der Stromerzeugung.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat den Iran aufgefordert, die Atomaktivitäten umgehend zu stoppen. Sollte dies nicht geschehen, könnte der Fall vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) landen. Dann drohen dem Land Sanktionen. Am 3. September wird der Chef der IAEA, Mohamed ElBaradei, seinen Bericht zum Iran vorlegen. (Reuters)