Plakatsujet

Zugegeben, an dieser Stelle immer noch vollmundig Freiluftveranstaltungen anzupreisen, zeugt von naivem Optimismus - auch wenn sich der Gürtel Nightwalk seit seinem Bestehen als wettertechnisch glückliche Angelegenheit erwiesen hat. Dem Veranstalter, der SPÖ Ottakring, dennoch einen guten Draht nach "oben" zu unterstellen, erscheint angesichts der näher rückenden Wahlkampfzeit als nicht wirklich opportun. Ideologisch verwirrt soll hier schließlich niemand werden.

Bei der mittlerweile achten Austragung dieser Flanier-, Zuhör-, und Trinkveranstaltung zwischen Ottakringer Straße und Urban-Loritz-Platz wird am Samstag wieder demonstriert, wie sehr diese Kulturmeile am Gürtel seit ihrer Revitalisierung erblühte. Und weil das nun fast ein jeder Stadtbewohner verstanden hat, darf die Feier umso wilder ausfallen. Das Musikprogramm liefert Höhepunkte des heimischen Musikschaffens.

Nach der Eröffnung auf dem Dach der Hauptbibliothek mit Post-Rock-Klängen von Thalija empfiehlt es, sich zum B72 zu sprinten, um Krawall und Leidenschaft von United Movement zu konsumieren. Vorzeigemusiker Wolfgang Schlögl alias I-Wolf besorgt es mit "Big-Band-Besetzung" vorm Rhiz, wo auch TNT Jackson und die "Mikromusiker" von Dot.Matrix erklingen.

Jüngere Semester kommen mit Alternative-Pop-Ästhetizismen von Velojet auf der Chelsea-Open-Air-Bühne auf ihre Kosten. Vorher, nachher und dazwischen herrscht bei allen Stationen ein ungezählter Auflauf an noch mehr Bands, DJs und was sonst unter urbane Abendunterhaltung fällt. (lux/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.8.2005)