Potsdam/Wien - Filmemacher Wim Wenders würde den deutschen Bundestagswahlkampf als Western inszenieren. In der September-Ausgabe Magazin für politische Kultur "Cicero" schilderte der deutsche Regiestar schon mal das Drehbuch: "Gerhard Schröder würde als wacker amtierender Sheriff auf die leere Dorfstraße treten und sich dem Duell stellen. Dem Stoiber hat er ja beim letzten Mal noch die Pistole aus der Hand geschossen." Da aber diesmal eine Frau gegen ihn antritt, steckt Schröder die Pistolen wieder ein und bietet ein Rededuell an.Plötzlich aber tauchen Männer mit schwarzen Masken auf und gehen mit vorgehaltenen Gewehren auf Schröder zu. "Nur noch Münte (SPD-Chef Franz Müntefering) und Fischer stellen sich jetzt neben den Kanzler. Können die das in der Minderzahl schaffen, als Häuflein Aufrechter? Plötzlich wird aus dem Hinterhalt geschossen. Das ist Lafontaine, als Zorro verkleidet. In dem Tohuwabohu, das nun folgt, schießt jeder auf jeden. Aber das sind offenbar Platzpatronen, denn niemand fällt", beschreibt Wenders sein Szenario. (APA)