Nach einem strikten Sanierungskurs will der börsennotierte Computerhersteller Lintec mit frischen Kapital aus seiner Liquiditätskrise kommen. "Das Finanzierungskonzept steht und ist der Abschluss der Sanierung", sagte Vorstandschef Thomas Goletz am Mittwoch am Firmensitz in Taucha bei Leipzig. Den Aktionären der Lintec Information Technologies AG werden Aktien zum Ausgabepreis von 1 Euro zur Zeichnung angeboten. Damit soll Eigenkapital in Höhe von mindestens 1,5 Mio. Euro zugeführt werden. Beteiligung Der Vorstand selbst wird sich an der Kapitalerhöhung beteiligen. Von den Aktionären nicht gezeichnete Aktien werden von einem Investor übernommen. Es handle sich um einen Finanzinvestor, sagte Prokurist Markus Kleffner. Nähere Angaben wurden nicht gemacht. Die Lintec- Aktie notierte an der Frankfurter Börse am Mittwochmittag bei 2,54 Euro und verlor damit zum Vortag um 1,55 Prozent. Vorausgegangen war eine Senkung des Stammkapitals von 8,6 Mio. Euro auf 2,15 Mio. Euro, um Verluste aus alten Geschäften auszugleichen, wie Kleffner sagte. Zudem bekommt Lintec einen Betriebsmittelkredit in Höhe von 5 Mio. Euro, der neu ausgereicht und zu 60 Prozent vom Freistaat Sachsen verbürgt werden soll. Zuletzt musste Lintec mangels flüssiger Mittel Aufträge ablehnen. Krise Nach Umsätzen von bis zu 300 Mio. Euro war das einstige ostdeutsche Vorzeigeunternehmen 2001 in eine tiefe Krise gestürzt. Eine strikte Konzentration auf das Kerngeschäft, konsequenter Rückzug aus Beteiligungsgeschäften und ein solides Finanzierungskonzept sollen die Talfahrt stoppen. Zur Halbjahresbilanz 2005 war der Umsatz um gut 47 Prozent auf rund 4,45 Mio. Euro geschrumpft. Der Konzernfehlbetrag belief sich auf 1,66 Mio. Euro. Der ursprünglich für 2005 angepeilte Umsatz von 32 Mio. Euro wurde inzwischen auf 13 bis 15 Mio. Euro nach unten korrigiert. Goletz erwartet erstmals für das 4. Quartal 2005 schwarze Zahlen. Lintec hat derzeit 113 Mitarbeiter. Kerngeschäft sind die eigene Produktion sowie Handel und Dienstleistungen bei PC, TV-Geräten und Unterhaltungselektronik. (APA)