Bild nicht mehr verfügbar.

Zimmer frei in einer Pension im Bregenzerwald. Die heimische Tourismuswirtschaft sieht für die kommenden Monate trotz Hochwasser nicht völlig schwarz.

Foto: AP/Stiplovsek
Der viele Regen und das wenig sommerliche Wetter der vergangenen Wochen hat vielen Tourismusbetrieben das Geschäft mit dem Urlaub vermiest. Nun kommt das Hochwasser hinzu, das dieser Tage in weiten Teilen Österreichs arge Schäden angerichtet hat. "Das hat sicher Auswirkungen auf den Tourismus", sagte der Tourismusexperte des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), Egon Smeral.

Im Detail seien die Auswirkungen auf die Tourismuswirtschaft noch nicht abschätzbar. Wie stark die Branche letztlich getroffen werde, hänge nicht zuletzt davon ab, was "die Donau, der Inn und die Salzach in den nächsten Tagen machen", sagte Smeral.

Der Wifo-Experte rechnet nach momentanen Stand der Dinge mit einem "kleinen Dämpfer" für den Tourismus. Unterm Strich sollte sich für die Sommersaison 2005 (Mai bis Oktober) immer noch ein Umsatzplus von vier Prozent ausgehen - allerdings bei stagnierenden bis leicht rückläufigen Nächtigungszahlen.

Konkretes kommende Woche

Angaben über die Schadenshöhe kann die Versicherungsbranche noch nicht machen. "Die Leute sind dabei, die Schäden zu begutachten, konkrete Zahlen wird es Anfang kommender Woche geben", sagte Daniela Luger vom Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs. Bei der Überschwemmungskatastrophe im Sommer 2002 hat Österreichs Versicherungswirtschaft in Summe rund 400 Mio. Euro ausgezahlt, der Gesamtschaden belief sich damals auf rund drei Mrd. Euro.

Betroffen ist auch das Güterbeförderungsgewerbe. Einziger Vorteil sei, "dass im August der Italienverkehr erfahrungsgemäß reduziert ist", hieß es in der Wirtschaftskammer Tirol.

In der Tourismushochburg Ischgl im Tiroler Paznauntal, die seit Dienstagfrüh wegen Murenabgängen von der Umwelt abgeschnitten ist, hatte man Glück im Unglück. "Wir hatten zwar noch schöne Buchungen bis etwa Mitte September hinein, aus denen nun teilweise nichts wird. Das Gute aber ist, dass wir kurz vor Ende der Saison sind", sagte der Chef des Tourismusverbandes Ischgl, Andreas Steibl, dem STANDARD. "Jetzt gibt es genug Zeit, die Schäden zu beseitigen und alles wieder tipptopp herzurichten für die Wintersaison, die bei uns am 25. November beginnt." (DER STANDARD-Printausgabe, 25.08.2005)