Wasser, überall braunes Wasser und diesmal ist Edmund Stoiber der schnellste. Schon am Dienstag hatte der bayerische Ministerpräsident das südliche Bayern zuerst aufgesucht und dann überflogen, um sich ein Bild von den Überschwemmungen zu machen. Mittwoch war er in Sonthofen. Wahlkampf sei "jetzt wirklich nicht das Thema", versicherte er. Aber es war ihm doch nicht unangenehm, dass ein paar Kamerateams dabei waren. Schließlich hat Stoiber schon einmal nach einem Hochwasser eine Wahl verloren. Im Sommer 2003, als Kanzler Gerhard Schröder schon durch ostdeutsche Flutgebiete stapfte, war der damalige CSU-Kanzlerkandidat Stoiber noch auf Urlaub.

Am Mittwoch hat sich die Lage im südlichen Oberbayern und in Schwaben entspannt. Die Landkreise Weilheim-Schongau und Miesbach sowie Augsburg hoben den Katastrophenalarm auf. Innenminister Otto Schily (SPD) schaute trotzdem vorbei und am Donnerstag wird dann auch Schröder erwartet.

Über die Höhe der Schäden in Deutschland lagen noch keine Angaben vor. Versicherer wiesen darauf hin, dass Schäden nur bei Abschluss einer Elementarzusatzversicherung gedeckt seien. Diese besäßen aber nicht einmal fünf Prozent der Kunden. Die Situation sei eine andere als nach der Elbeflut, als viele der Überschwemmungsschäden noch durch Altverträge aus DDR-Zeiten gedeckt waren. ´(DER STANDARD-Printausgabe, 25.08.2005)