Kiel - Die Berufung des ehemaligen Stasi-Spions Bernd Michels zum Wahlkampfmanager der deutschen Linkspartei in Schleswig-Holstein ist bei Funktionären der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) auf Kritik gestoßen. "So etwas reißt unser ganzes Projekt runter", beklagte der WASG-Kreisvorsitzende des Herzogtums Lauenburg, Klaus Gäde, am Donnerstag in den "Lübecker Nachrichten". Der 60-jährige Michels war 1996 zu 18 Monaten Haft auf Bewährung wegen Spionage verurteilt worden. In seiner Funktion als Pressesprecher der schleswig-holsteinischen SPD unter Björn Engholm soll er Informationen aus der SPD-Parteizentrale an den Geheimdienst der DDR verkauft und mehr als 100.000 Mark kassiert haben. Nach seiner Verurteilung schrieb er Kriminalromane. Zuletzt war Michels Chefredakteur von Lokal-TV in Kiel. Im Juni 2005 trat er in die PDS ein, die sich mit der WASG zur Linkspartei zusammentat. (APA/AP)