Wien - Joey Didulica gibt am Sonntag in der achten Runde der T-Mobile-Bundesliga gegen FC Superfund Pasching ein Comeback im Tor von Fußball-Cupsieger Austria Magna. Der Kroate, der am 26. Mai im letzten Liga-Derby der Saison 2004/05 mit einer Attacke den Rapidler Axel Lawaree einen Nasenbeinbruch zugefügt hatte und danach vom Strafsenat für acht Spiele gesperrt worden war, erhält bis auf weiteres wieder den Vorzug vor seinem "Ersatz" Szabolcs Safar.

Diese Entscheidung hat bereits vor einer Woche die sportliche Führung des aktuellen Tabellenführers getroffen. Während Didulica schon vor einiger Zeit informiert wurde, hat Safar von dem Wechsel erst am Freitag erfahren. "Es hat nichts mit dem Fehler von Safar im UEFA-Cup-Heimspiel beim zweiten Verlusttor gegen MSK Zilina zu tun", sagte Tormann-Trainer Franz Gruber zu der bevor stehenden Rochade im Gehäuse.

Safar ist nun mal zweiter Mann

"Schaffi hat in keiner Partie enttäuscht. Aber man muss seine Vorgeschichte kennen, er ist von der Austria als Zweier-Tormann verpflichtet worden", meinte Sportchef Peter Stöger, der gemeinsam mit seinem Betreuerstab bewusst ein Heimspiel und die Zeit vor der kommenden Länderspiel-Pause gewählt hatte. Man hofft, dass der 28-Jährige Rückkehrer durch seine wilde Einlage gegen Lawaree nicht blockiert ist.

"Solche Szenen wie damals kommen in einem Spiel immer wieder vor. Er wird sicherlich alles weggesteckt haben, er kann beweisen, dass er mental ein starker Typ ist", meint Gruber über den Emotionsmenschen Didulica. Er wisse um die Eskapaden seines Schützling bescheid, so sei sein Charakter. Einen Rückfall erwartet weder der Tomann-Trainer, noch der Sportchef.

"Damit er weiß, worum es geht, muss mann Joey ab und zu schon ins Gesicht fahren", sagt Gruber, während der Sportchef überzeugt ist: "Wenn er nochmals so etwas macht, dann bekommt er 16 Spiele." Die Attacke gegen Lawaree brachte Didulica eine Nachdenkpause (Sperre) von acht Spielen ein. Eines schlossen Gruber und Stöger aus: "Im Tor wird es keine Rotation geben, das täte beiden nicht gut." Neben Didulica könnte Mikael Antosson nach seiner Verletzung am Sonntag ebenfalls ein Comeback geben.

Bei der Austria dreht es sich weiter

Austria-Sportdirektor Peter Stöger hat gegen Pasching nur ein Ziel: "Wir wollen vor der Länderspiel-Pause unsere Tabellenführung verteidigen. Dafür streben wir gegen Pasching drei Punkte an." Stöger wird dabei im Vergleich zur UEFA-Cup-Zitterpartie gegen Zilina (2:2) wieder rotieren. "Die Austria kann sich das leisten. Für mich haben sie den besten Kader der Liga. Qualität und Quantität sind einmalig", streute Pasching-Trainer Georg Zellhofer dem Gegner Rosen. Ein Luxus, den er nicht hat.

Nach dem knappen UEFA-Cup-Out gegen Zenit St. Petersburg (2:2 und 1:1), das viel Kraft gekostet hatte ("Es ist sich niemand richtig bewusst, wie stark St. Petersburg wirklich ist"), sieht Zellhofer den "Rettungsanker" in der Meisterpause. "Wenn wir vorher bei der Austria noch einen Punkt mitnehmen, wäre das eine angenehme Nebenerscheinung. Der Zeitpunkt ist ungünstig", sagte der Superfund-Coach, der das Europacup-Ausscheiden als "Katastrophe" bezeichnete. "Bei uns ist es finanziell um sehr viel gegangen."(APA)

  • FK Austria Wien - FC Superfund Pasching (Franz Horr Stadion, Sonntag 19:30, Meßner). Saisonergebnisse 2004/05: 1:2 (a), 1:2 (h), 4:0 (h), 1:1 (a)

    Austria: Didulica - Dospel, Tokic, Antonsson/Papac, Troyansky/Dheedene - Sionko, Kiesenebner, Blanchard, Ceh - Linz, Rushfeldt Ersatz: Safar - Hill, Sebo, Metz, Mila, Lasnik, Radomski Es fehlen: Vachousek, Janocko, Dos Santos, Schiemer, Netzer (alle verletzt)

    Pasching: Schicklgruber - M'Bock, Baur, Chaile/Brabec, Wisio - Bubenik, Sariyar, Vorisek, Schoppitsch - Gilewicz, Pichlmann Ersatz: Gspurning - Bolter, Ortlechner, Karatay, Glieder, Chiquinho, Brabec Es fehlen: Kabat, Kahraman (verletzt) Fraglich: Chaile (Sprunggelenksverletzung)