Berlin - Der Spitzenkandidat der deutschen Linkspartei, Oskar Lafontaine, hat Vorwürfe aus seiner eigenen Partei zurückgewiesen, er sei ein "Luxus-Linker". "Man muss nicht am Bettelstab gehen, um linke Politik zu machen", sagte Lafontaine der Münchner "Abendzeitung". Er vertrete etwa beim Spitzensteuersatz Vorschläge, die ihn selbst beträfen, was ein Zeichen für Glaubwürdigkeit sei. Unterdessen entbrannte kurz vor dem Parteitag der Linkspartei der innerparteiliche Streit um einen gesetzlichen Mindestlohn neu. "Weder Brandt noch Bebel waren arm", erklärte Lafontaine. Man müsse nur glaubwürdig sein. Die Vorschläge, die er etwa zur Vermögensteuer mache, führten dazu, dass er mehr zahlen müsse, was er auch wolle. "Ich glaube, der Test auf die Glaubwürdigkeit der Politiker ist genau hier festzumachen: Wer nur Dinge vorschlägt, die die sozial Schwächeren betreffen - wie Lohn-, Renten- und Sozialkürzungen - und gleichzeitig sich selbst Vorteile verschafft wie mit der Senkung des Spitzensteuersatzes, der ist nicht glaubwürdig", sagte Lafontaine. (APA/AP/dpa)