Arezzo - Er war ein Querdenker in einer Zeit, als in der Moderne vielfach noch orthodoxes Lagerdenken angesagt war: Für Luc Ferrari, den Messiaen-Schüler und Tonphilosophen mit dem hintersinnigen Charme, war es kein Widerspruch, sich in den 50ern sowohl mit serieller Methodik als auch mit Musique-concrète-Collagen zu beschäftigen. Anfang der 70er begann er mit offenen Formen zu experimentieren - ein Grund, weshalb ihn Improvisatoren wie John Zorn und Noël Akchoté (wieder) entdeckten. Am 22. August ist Luc Ferrari 76-jährig gestorben. (felb/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29. 8. 2005)