Wien - Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) ist erstmals über die Marke von 60 Dollar (48,8 Euro) für ein Barrel gestiegen. Nach Berechnungen des OPEC-Sekretariats vom Dienstag in Wien kostete ein Barrel (159 Liter) aus den Fördergebieten des Kartells am Montag im Durchschnitt 60,33 Dollar im Vergleich zu 59,76 Dollar am vergangenen Freitag.

Nach Meinung des Internationalen Energie-Beraters PVM (Wien) hat die Lage am Golf von Mexiko zurzeit entscheidenden Einfluss auf die Preisentwicklung. Experten würden vermutlich "mindestens eine Woche" benötigen, um die Schäden durch den Wirbelsturm "Katrina" im Bereich der Ölförderung und Raffinerien übersehen zu können. Vor der Ankunft des Hurrikans an der südöstlichen Küste der USA am Montag war der US-Ölpreis auf ein Rekordhoch von 70,80 Dollar je Barrel geklettert.

US-Ölpreis blieb hoch

Dienstag früh blieb der US-Ölpreis im asiatischen Handel auf hohem Niveau, überschritt jedoch nicht mehr die 70-Dollar-Marke. In Singapur kostete ein Barrel der Sorte Light Sweet Crude am Dienstag (6.30 Uhr) 68,45 Dollar. Das waren 1,25 Dollar mehr als zum Handelsschluss in New York.

Die US-Regierung erwägt wegen des Sturms, die strategischen Ölreserven anzuzapfen. Voraussetzung sei, dass die nationalen Raffinerien dies verlangten. "Wir stehen in Kontakt mit den Öl-Raffinerien", sagte ein Sprecher des US-Energieministeriums am Montag (Ortszeit) in Washington. In dem von dem Hurrikan betroffenen Bundesstaat Louisiana gibt es 17 Raffinerien, die pro Tag 2,8 Millionen Barrel verarbeiten können. Nach den jüngsten verfügbaren Daten vom Samstag hatten sieben der Ölverarbeitungsstätten wegen des Wirbelsturms ihre Arbeit eingestellt. Die USA sind mit Abstand der größte Ölverbraucher der Welt. (APA/dpa/AFP)