Nach Yale hat nun auch die Indiana University angekündigt, die Benutzung der Software von Napster, mit der Anwender MP3-Dateien beliebig miteinander tauschen können, im internen Uni-Netz zu blockieren, berichtet Heise. Die Unis geben damit dem Druck nach, der durch eine Klage wegen Copyright-Verletzungen entstand, die unter anderem von der Band Metallica eingereicht wurde. Der Vizepräsident der Indiana University erklärte, dass man zwar davon ausgehe, man habe keine Verantwortlichkeiten gegenüber den Klägern, zu denen neben Metallica auch Creeping Death Music gehört, aber die Klage "hat uns die Tatsache bewusst gemacht, dass die Technik einen Sprung weit vor klare rechtliche Regelung gemacht hat." Und er fügte hinzu, dass die Verwaltung der Uni glaube, dass man nicht zur Verantwortung gezogen werden könne, weil die Uni Zugang zu Sites wie die von Napster ermögliche. "Wir denken aber, dass unsere Fakultäten, unsere Mitarbeiter und unsere Studenten mit juristischen Auseinandersetzungen konfrontiert werden könnten, wenn sie diese Technik benutzen. Bis diese ungelösten rechtlichen Fragen geklärt sind, erscheint es uns vernünftig, die Site zu blockieren." Nicht das erste Mal verboten Pikantes Detail am Rande: Die Indiana University hatte bereits früher einmal die Benutzung von Napster verboten, ließ die Software dann aber wieder zu – unter anderem nach einer Unterstüztungskampagne von Studenten der Uni für Napster, und nach Verhandlungen mit der Firma selbst, um die Software für eine geringere Belastung der Netzwerkbandbreite anzupassen. Aber nicht nur durch die Metallica-Klage und die prompte Reaktion der davon betroffenen Reaktionen gerät die MP3-Tauschbörse immer stärker unter Druck. Vor einigen Tagen stellte Rapper Dr. Dre Napster ein Ultimatum: Entweder verhindere die Firma, dass seine Songs über Napster verbreitet würden, oder er werde ebenfalls klagen. Der Anwalt, der sowohl Metallica als auch Dr. Dre vertritt, erklärte darüber hinaus, die Sache habe inzwischen unter Musikern für einige Aufmerksamkeit gesorgt. Es sei wahrscheinlich, dass noch weitere Musiker Klagen gegen Napster einreichen oder sich der Klage von Metallica anschließen würden. Napster selbst sieht sich inzwischen veranlasst, auf die neuen Vorwürfe und Klagen zu reagieren, die in einer Rehe stehen mit einem schon bestehenden Rechsstreit mit der Recodring Industry Association of America (RIAA). Der Anwalt von Napster erklärte, die Firma werde alle vom Zugriff auf die Napster-Server ausschließen, die von Urheberrechtsinhabern als Copyright-Verletzer identifiziert werden. Dies habe man auch Dr. Dre auf sein Ultimatum hin mitgeteilt – es sei nun an ihm, was er weiter unternehmen werde. Der Anwalt der Musiker bezeichnete dieses Statement allerdings schon als "ulkig". Napster verteidigt sich gegen Vorwürfe, das Urheberrecht zu ignorieren, seit dem Bestehen des Dienstes mit dem Hinweis darauf, man stelle nur eine Plattform zum Tausch zur Verfügung; auf den Napster-Servern, über die die Tausch-Software arbeitet, sei keine einzige MP3-Datei gespeichert. Musiker und Plattenindustrie sehen darin allerdings nur eine schwache Ausrede: Sie werfen der Firma vor, mit der Software ein Hilfsmittel für Piraterie und Copyright-Verletzungen zu liefern und damit auch für Rechtsbrüche verantwortlich zu sein. (heise)