Berühmt wurde Google durch seine Suche.

Mit einer schnörkellosen Oberfläche, kaum Grafiken und ohne blinkende, hüpfende oder sonst irgendwie störende Werbung sowie ausgezeichneten Suchergebnissen wurde Googles Websuche zum Marktführer, an dem sich Online-Pionier Yahoo genauso messen muss, wie Nachzügler Microsoft. Bestechend ist auch die Einfachheit der Suche: man kann einfach ein paar Wörter oder einen Satz eingeben und Google liefert zumeist ein recht gut passendes Suchergebnis zurück. Logische Operatoren oder andere Verknüpfungen benötigt man normalerweise kaum.

Aber natürlich stellt die Suchmaschine auch einige Optionen zur Verfügung. So kann man die Suche auf bestimmte Domains beschränken, Wörter ausschließen oder mehrere Wörter als einen Begriff suchen lassen.

Auch auf eine Sprache bzw. ein Land oder nur auf Bilder lässt sich das Suchergebnis einschränken. Die Optionen wurden mit der Zeit immer mehr, eine schöne Übersicht über die verschiedenen Suchoptionen hat Nancy Blachman zusammengestellt.

Neben der klassischen Suche hat Google seine Searchengine aber auch noch um andere, mehr oder weniger nützliche Gimmicks erweitert. So steht im Sucheingabefenster von Google auch ein kompletter Taschenrechner zur Verfügung und mit "define:" kann man sich von Google Begriffe erklären lassen. Hier kommen vor allem Wikipedia-Einträge zum Vorschein.

Google hat der Wikipedia auch schon Hostingvorschläge unterbreitet, die aber bis jetzt noch nicht angenommen wurden – derzeit sind die Wikipedia-Server bei verschiedenen Organisationen und beim Google-Konkurrenten Yahoo untergebracht.

Sukzessive erweitert hat Google auch die Liste der durchsuchbaren Dateitypen. Waren zunächst nur HTML-Dateien im Index, kann Googles Suchfarm mittlerweile auch PDF-, Word, Excel-, Powerpoint und RTF-Dateien in den Index aufnehmen. Über den eigenen Webseiten-Cache bietet die Suchmaschine auch den Zugriff auf ältere Versionen einer Website bzw. auf Websites, die gerade nicht erreichbar sind.

Der Mehrsprachigkeit des Webs trägt Google mit einem Übersetzungsdienst sowie einem Wörterbuch (Suchbegriff: "lucky englisch-deutsch") Rechnung. Auch Zugsverbindungen lassen sich über Google suchen – allerdings nicht bei der ÖBB.

Neben der WWW- und Bildersuche bietet Google auch die so genannten "Google Groups" an. Dieses Archiv des Usenet- Dienstes geht zurück bis in das Jahr 1981 und zeichnet so eine schöne Geschichte des Internet und der IT-Technologie im Allgemeinen.

Google übernahm das Deja-News Archiv im Februar 2001 und bietet dieses seitdem ständig aktualisiert unter dem Namen Google Groups an. Wird man bei IT-Problemen in der "normalen" Suche nicht fündig, lohnt sich oft ein Abstecher in die Google-Groups, da viele Fachleute in Newsgroups immer noch Tipps geben.

Mit "Google News" bietet die Suchmaschine eine spezialisierte Suche nach allgemeinen Schlagzeilen an, die mittlerweile auch für den deutschsprachigen Raum brauchbar ist und sogar einen Österreich-Bezug anbietet. Die News-Startseite ist individuell anpassbar und bietet so einen schnellen Überblick über das aktuelle Geschehen.

Eine andere Art der Suche bietet Google mit seinem Directory. Hier kann man, auf Basis der Daten des OpenDirectory Projektes, nach Links zu bestimmten Themen suchen, indem man den Themenbereich immer weiter eingrenzt.

Neben diesen allgemein verfügbaren Funktionen bietet Google aber auch noch eine Vielzahl weiterer Funktionen an, die aber nicht in jedem Land zur Verfügung stehen. So liefert Froogle etwa einen Überblick darüber, welche Online-Shops den eingegebenen Begriff führen – derzeit aber noch nicht in Österreich. Ebenso ist Google Local, über den man etwa den nächsten Pizzadienst oder Frisör aufspüren kann, derzeit wohl nur in den USA nützlich. Selbiges gilt auch für Google Maps, den Landkartendienst von Google. Hier findet sich Kartenmaterial nur für die USA, Österreich lässt sich nur über die Satellitenbilder besuchen.

Interessant ist auch die Website dodgeball.com, die als erster Anbieter von so genannter MoSoSo (Mobile Social Software) gilt und die Anfang 2005 von Google übernommen wurde.

Über Dodgeball kann man angeben, wo man ist und wen man als Freund ansieht und Dodgeball liefert zurück welche Freunde und Freunde von Freunden sich in der Nähe aufhalten. Ist ein Bild hinterlegt, wird dieses auch mitgesendet, damit man die Person erkennt. Dieses Service von Google ist derzeit nur für die Teens und Twens in den USA verfügbar.

Und wir sind mit unserer Google-Übersicht noch lange nicht fertig. Bekannt ist auch noch Googles Blog-Dienst Blogger. Mit Blogger können auch Anwender auch ohne Kenntnisse von HTML und anderen Techniken eigene Web.

Tagebücher und Journale erstellen. Ursprünglich von Pyra Labs entwickelt, hat Google das Unternehmen 2003 übernommen und betreibt den beliebten Blogdienst seitdem und hat dessen Inhalte auch in seine Suchmaschine integriert.

Google Mail, oder auch GMail außerhalb Deutschlands, ist Googles Antwort auf die kostenlosen E-Mail Accounts, wie sie GMX oder Microsoft mit Hotmail anbieten. Mit 2 GB Speicherplatz und einer technisch sehr fortschrittlichen (Ajax) aber optisch klaren Oberfläche hat Google beim Launch des Dienstes Markt aufgerüttelt.

Die Besonderheit an Googles Mail-System ist, dass hier keine Ordner für die Organisation der Mails eingesetzt werden. Stattdessen versieht man die Mails mit kurzen Begriffen, den so genannten Tags, nach denen man dann die Mails suchen kann. Weiters sind auch Spam- und Virenfilter integriert und auch ein Zugriff via POP3 ist mittlerweile möglich. Einen Account bekommt man für Gmail derzeit, das System befindet sich offiziell noch immer in der Beta-Phase, nur per Einladung. Dies stellt aber kein Problem mehr dar, über Googles Websuche finden sich genug entsprechende Angebote.

Damit verlassen wir die Google-Lösungen für den Webbrowser und wenden uns den Stand-Alone Lösungen zu. Eng mit GMail verwoben ist Googles neuestes Angebot "Google Talk". Hierbei handelt es sich um einen Instant Messaging Client, der auf dem Jabber-Protokoll aufsetzt. Voraussetzung für Google Talk ist ein vorhandener Gmail-Account, da bei Jabber die Benutzerkennung wie eine E-Mail-Adresse aussieht und Google diese Synergie ausnutzt. Eine weitere Einschränkung von Googles IM-Lösung ist, dass die Benutzer auf den Server von Google beschränkt sind. Normalerweise können bei Jabber auch die Benutzer verschiedener Server miteinander sprechen. Dafür muss man nicht unbedingt den Client von Google benutzen, auch andere Jabber-Clients lassen sich mit den Dienst nutzen.

Bereits länger am Markt ist Googles Toolbar, der mittlerweile nicht nur für den Internet Explorer, sondern auch für den Mozilla Firefox erhältlich ist. Diese Browsererweiterung enthält nicht nur einen Popup-Blocker, sondern unter anderem auch ein Eingabefeld für die Google-Suche, eine Funktion, um Eingabefelder automatisch zu befüllen und in den USA kann man sich über den Toolbar auch eine Anfahrtskarte zu einer Adresse auf der Website anzeigen lassen.

Die kostenlose Toolbar verfügt noch über einige Features mehr, primär wurde sie bis jetzt allerdings von IE-Anwendern installiert, wie einen guten Popup-Blocker benötigten.

Wie fast alle Google-Produkte sorgte auch die kostenlose Google Desktop Suche für Aufsehen. Mit dem kleinen Programm durchsucht der Google-Indexer auch die lokale Festplatte nach E-Mails, Office-Dokumenten, PDFs und Vielem mehr. Gesucht kann in diesem Index dann über die Deskbar, angezeigt werden die Ergebnisse in einem Browser-Fenster.

Gesucht werden kann nach Begriffen, aber auch z.B. nach E-Mails mit einem bestimmten Absender oder bestimmten Chat-Buddys. In dem Sidebar des Google Desktops können auch Bilder oder RRS-Feeds angezeigt werden. Hier wird recht schnell deutlich, dass Google nicht nur bei der Online-Suche mit Microsoft konkurriert.

Mit Picasa hat Google ein Bildbearbeitungsprogramm für Windows-PCs im Programm, mit dem sich, ähnlich wie bei iPhoto von Apple, Bilder verwalten lassen und einfache Bildbearbeitungsfunktionen wie etwa "Rote Augen Entfernen" oder Rotieren durchführen lassen.

Picasa kann auch digitale Fotoalben erstellen, die auf CD gebrannt oder Online gestellt werden können. Für den einfachen Bildaustausch hat Google auch noch "Picasa Hello" im Angebot. Hierbei handelt es sich um einen kostenlosen Instant Messaging Client, der für den einfachen Austausch von digitalen Fotos gedacht ist. Durch Firewalls hindurch kann man so seine Fotos einfach herzeigen und dabei gleichzeitig plaudern. Über Hello lassen sich die Bilder dann auch gleich in das auf Blogger betriebene Blog stellen, so man das möchte.

Google Earth ist Desktop-Anwendung für Windows-Rechner, mit der man sich ohne Browser frei durch eine dreidimensionale Satellitenansichten der Erde bewegen kann. Verknüpft wird das ganze mit anderen Informationsquellen wie Geodaten und Routenplaner, wobei diese Daten zur Zeit primär für die USA vorliegen.

Es gibt allerdings bereits Erweiterungen, durch die auch bekannte Plätze in Europa schnell gefunden werden können. Google Earth ist aber zumeist nur die Ausgangsbasis für weitere Anwendungen. So bietet etwa googleearthhacks.com eine Vielzahl an Downloads an, mit denen Google Earth erweitert werden kann. Ganz aktuell gehören hierzu etwa auch aktualisierte Bilder von New Orleans.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich hier so manche Suchoption sowie die eine oder andere Google-Anwendung übersehen habe, aber Googles Angebot ist mittlerweile zu groß für eine komplette Übersicht und es werden immer mehr. Wer einen kleinen Ausblick haben möchte, sollte einen Blick auf Google Labs werfen.

Bastler können sich bei Google Code Programmierbeispiele und Zugangsdaten holen, damit sie Google-Funktionen und Daten in ihre eigenen Anwendungen integrieren können.

Manche Analysten sehen in Google die Firme, die Suns Vision "Das Netzwerk ist der Computer" realisieren könnte. Bis zu einem gewissen Grad kann man Google bereits als Betriebssystem sehen. Wie in den Zeiten, als die Mainframes die IT dominierten nutzen jetzt die Browser und kleinen Anwendungen von Google den Cluster des Unternehmens als virtuellen Rechner um EDV-Aufgaben wie das Suchen von Informationen schnell und kostengünstig zu übernehmen.

Da durch dieses Modell die Anwendungen und die Logik der Programme in den zentralen Kern wandern, wäre Microsoft von dieser Entwicklung natürlich massiv bedroht. Daher sieht man derzeit auch viele Aktivitäten Microsofts, mit Google doch zumindest gleich zu ziehen. Man darf gespannt sein, wie sich diese Entwicklung fortsetzt. (Martin Leyrer)