Die Frauen im 16. und 17. Jahrhundert profitierten vom anthropozentrischen Weltbild dieser Zeit. Die Frau der oberen Schicht wurde zb: als gleichwertig betrachtet, gleichberechtigt war sie deshalb aber keineswegs. So kamen den Frauen der privilegierten Stände die verbesserte Bildungsmöglichkeiten der Zeit zugute; die Eltern bezahlten häufig die Ausbildung der Mädchen aber nur deshalb, um sie gewinnbringend verheiraten zu können. Die Emanzipation der Frauen begann langsam. Die Frauen traten auch im politischen und kulturellen Leben hervor. Das Leitbild der guten Hausfrau und Mutter galt aber nach wie vor in allen Schichten. Ein Auszug aus der Streitschrift des schottischen Reformators John Knox "Erster Trompetenstoß gegen das haarsträubende Weiberregiment" (1558): "Ein Weib zur Trägerin der Herrschaft, zur Obrigkeit und Gewalt über ein Reich, eine Nation, eine STadt zu machen, ist wider die Natur, beleidigend für Gott, ein Verstoß gegen seinen geoffenbarten Willen und seine genehmigte Satzung und nicht zuletzt der umsturz aller guten Ordnung, Billigkeit und Gerechtigkeit ... Denn wer kann bestreiten, dass es wider die Natur ist, wenn die Blinden berufen werden, die Sehenden zu führen und zu leiten? ... Und nicht zuletzt, dass die Törichten und Wahnwitzigen die Klugen regieren und denen mit gesunden Verstand Rat geben sollen? Und das sind alle Weiber, als Träger der Autorität mit den Männern verglichen ... In seiner größten Vollkommenheit wurde das Weib dazu gemacht, dem Mann zu dienen und zu gehorchen, nicht ihn zu beherrschen und ihm zu befehlen." Die Lebenserwartung der Frauen war geringer als die der Männer, viele Frauen starben im Kindbett. Die Frauen der Unterprivilegierten mußten durch harte Arbeit zum Lebensunterhalt beitragen. Auszug eines Berichts eines Zeitgenossen in einem Geschichtsbuch: "Und ich sage euch, ihr Männer, schlagt nie eure Weiber, wenn sie mit einem Kinde schwanger gehen, denn darin läge große Gefahr. Ich sage nicht, ihr sollt sie überhaupt nicht schlagen, sondern tut es zur richtigen Zeit." Entsetzlich hatten die Frauen unter der Hexenverfolgung zu leiden, die auch von Protestanten und Calvinisten durchgeführt wurden. Der Jesuit Friedrich von Spee kritisierte 1631 die Praktiken: "Bekennt sie nicht, so martert man sie zum zweiten, dritten und vierten Mal, denn bei diesem Prozess gilt allein, was dem Kommissario beliebt, und es wird nicht gefragt, wie lange, wie scharf, wie oft man die Folter gebrauchen darf ... Die plagen das arme Mensch so lange und so viel, bis sie endlich bekennt, dass sie eine Hexe sei." Nie wieder Mittelalter (pd)