Jetzt hat die Industriellenvereinigung gemeinsam mit dem Zeitarbeitsunternehmen Trenkwalder eine bundesweite Employability-Initiative gestartet. Ziel: das Heben der Beschäftigungsfähigkeit. Das vor dem Hintergrund einer Arbeitswelt, in der sichere lebenslange Jobs und der dreiteilige Lebenslauf einer Ausbildung, eines Berufes mit anschließend gesichertem Ruhestand verschwinden.

Diese Diskussion steht allerdings erst am Anfang. Das zeigt ein Podiumsgespräch zum Auftakt der Initiative in Wien (unser aktueller Bildungsschwerpunkt): Weder sind Instrumente zur Förderung der Beschäftigungsfähigkeit in den Personalabteilungen definiert (von ihrem Einsatz ganz zu schweigen), noch kennen die Beteiligten, Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Interessenvertretungen und der Staat mit seinen arbeitsmarktpolitischen Instrumenten ihre genaue Rolle und Funktion. Sicherungsmechanismen fehlen.

Dass Unternehmer "beschäftigungsfähige Mitarbeiter" als "fachlich kompetent, selbstverantwortlich, unternehmerisch denkend, fleißig, engagiert, kommunikationsfähig und offen für Neues" definieren, überrascht ja nicht. Eine dünne Schicht erfüllt vermutlich sogar dieses Anforderungsprofil.

Wie allerdings die Älteren eingebunden werden können, was mit Schulabbrechern, Jobbern, Zuwanderern, Ausländern oder so genannten Weiterbildungsverweigerern im immer brutaleren Arbeitsmarkt passieren wird, ist offen. Der Präsident der Caritas Österreich, Franz Küberl, hat Recht, wenn er bei der Auftaktveranstaltung sagt: Hier geht es auch um eine Wertediskussion unserer Gesellschaft. (Der Standard, Printausgabe 1./2.10.2005)