Das Fernsehen auf den Fidschi-Inseln verändert einer Studie zufolge das Schönheitsideal der Bewohner und führt zu Essstörungen bei Frauen. Drei Jahre nach dem Start des ersten und einzigen Senders seien solche bei jungen Frauen fünf Mal häufiger als in der TV-freien Zeit, berichtet die "Ärzte Zeitung" (Neu Isenburg) vom Donnerstag. Vor wenigen Jahren sei es dagegen noch chic gewesen, stämmig zu sein. Die Psychiatrie-Professorin Anne Becker aus Boston (US-Staat Massachusetts) hatte 129 junge Frauen auf Fidschi 1995 zu Beginn der TV-Ära befragt und erneut 1998. Ergebnis: Drei Jahre nach der Einführung des Fernsehens versuchten 15 Prozent der Teenager ihr Gewicht durch Erbrechen zu kontrollieren, zuvor waren es lediglich drei Prozent. Der Sender strahle vor allem westliche Programme aus und vermittle damit wahrscheinlich ein neues Schönheitsideal. Die Originalstudie ist im Journal der Amerikanischen Ärztegesellschaft (JAMA, Bd. 283, S. 1409) veröffentlicht (APA)