Wien - Geht es nach dem Ergebnis einer - noch unveröffentlichten - Studie der Wiener Wirtschaftstreuhandkanzlei TPA Horwath, so sollten die Investitionen in denkmalgeschützte Gebäude künftig steuerlich entlastet werden.

Derzeit werden solche Ausgaben von den Finanzbehörden in den meisten Fällen als Liebhaberei angesehen. Private, die ihr Geld in denkmalgeschützte Immobilien stecken, können diese Ausgaben nicht absetzen; Unternehmern entgeht der Vorsteuerabzug.

Investitionsbremsende Fakten, die den Denkmalbeirat (er berät das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, derzeit unter Elisabeth Gehrer) dazu veranlasst haben, seinerseits den Anstoß für ein Gutachten über die Wirtschaftlichkeit der steuerlichen Behandlung zu geben.

Angeregte Wertschöpfung

Im Auftrag des Ministeriums haben die Steuerberater der TPA, gemeinsam mit dem Institut für Finanzwissenschaft und Infrastrukturpolitik (IFIP) an der Wiener Technischen Universität, nachgerechnet - und legen nun eine "Verordnungs- und Gesetzesänderung" nahe.

Succus des komplexen Gutachtens, das dem Ministerium dieser Tage vorgelegt werden soll: Eine künftige steuerliche Berücksichtigung der Ausgaben für denkmalgeschützte Bauwerke würde die Investitionstätigkeit derart beleben, dass "die zusätzliche Wertschöpfung im geringsten Fall 25 Millionen Euro, im besten Fall 53 Millionen Euro betragen würde".

Das wiederum würde sich auch auf die Jobnachfrage positiv auswirken, so die Studienautoren. Denn: "Die baulichen Aktivitäten des Denkmalschutzes sind beschäftigungsintensiver als die baulichen Aktivitäten im Durchschnitt." Konkret würden im ungünstigsten Fall 564 bzw. im günstigsten Fall 1204 neue Jobs entstehen können.

Die Nachricht für den Finanzminister: Der Steuerausfall wäre geringer als das zusätzliche Steueraufkommen. Stiege die Investitionsfreude nur "gering", entgingen ihm zehn Mio. Euro, maximal wären es 17 Mio. Die zusätzlichen Steuereinnahmen wären in jedem Fall höher: Sie betrügen mindestens 10,8 und maximal 22,8 Mio. Euro. (gra, (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 06.10.2005)