Internet-Telefonate sind zwar preisgünstig, aber auch nicht sicher: Jeder PC-Laie kann VoIP-Unterhaltungen mitschneiden. Ganz gleich ob per ohnehin leicht belauschbarem WLAN telefoniert wird oder in einem verdrahteten Netzwerk. Alles, was dazu nötig ist, sind zwei Software-Tools und ein PC beziehungsweise Notebook, ergab ein Test der Computerzeitschrift PC Professionell. Damit lassen sich Gespräche in bester Qualität und voller Länge mitgeschnitten - Telefonüberwachung mit Freeware aus dem Internet.

Keine Verschlüsselung

Das Charmante an VoIP ist gleichzeitig die größte Krux der Technik: Das VoIP-Protokoll SIP (Session Initiation Protocol) hat sich inzwischen zum flächendeckenden De-facto-Standard gemausert. Es ist sehr robust und gleichzeitig leicht zu implementieren. Überall auf der Welt kommt es bei VoIP-Providern und Endkunden zum Einsatz. So ist es technisch ein Leichtes, Kunden verschiedenster VoIP-Anbieter miteinander ins Gespräch zu bringen. Einzig die SIP-Server der Provider müssen dazu in Kontakt treten können und ihre Telefonbücher abgleichen. Da SIP aber keine Verschlüsselung mitbringt, können mit dem Protokoll vermittelte Internet-Telefonate mit den Software-Tools einfach mitgeschnitten und anschließend wieder hörbar gemacht werden.

Skype

Eine momentan noch unknackbare Alternative zu SIP-Geräten oder Softphones ist Skype . Alle Übertragungen - ganz gleich ob Chat-Sessions oder Telefonate - zwischen zwei Skype-Usern sind verschlüsselt. Daher können zwischengeschaltete Netzwerksniffer nur unbrauchbaren Daten-Müll mitschneiden. Der Nachteil jedoch: Skype ist nur zu sich selbst kompatibel, das schränkt die VoIP-Vielfalt erheblich ein. Wer jedoch nicht auf das geschlossene Skype-Netz setzen, sondern sicher über den offenen SIP-Standard telefonieren will, muss sich derzeit noch gedulden - oder keine vertraulichen Informationen austauschen.(red)