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Al-Kaidas Vizechef, Ayman al-Zawahiri (links), beklagt angeblich in einem Brief das Vorgehen von seinem Mann im Irak, Abu Mussab al-Zarqawi.

Foto: REUTERS
Washington - In der Islamistenorganisation Al-Kaida ist nach Darstellung der USA Streit über das Vorgehen im Irak ausgebrochen. Der Vizechef der Oragnisation, Ayman al-Zawahiri, habe in einem Brief an den Al-Kaida-Anführer im Irak, Abu Mussab al-Zarqawi, Anschläge auf Moscheen und schiitische Moslems kritisiert, erklärte die US-Regierung am Donnerstag in Washington.

Das Vorgehen könnte die meisten Moslems befremden, habe Ayman al-Zawahiri bemängelt. Er habe zudem ein Gesuch al-Zarqawis nach finanzieller Unterstützung abgelehnt. Der Inhalt des Briefes stütze Vermutungen der US-Regierung. Diese hatte die Kriegserklärung al-Zarqawis gegenüber schiitischen Moslems im September als möglichen Streitfall innerhalb Al-Kaidas gedeutet.

Reaktion al-Zarqawis unklar

Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Bryan Whitman, wollte nicht sagen, von wann der Brief stamme und wie die USA in seinen Besitz gelangt seien. Der Brief sei aktuell, sagte Whitman lediglich. Er weigerte sich auch, den Brief zu zeigen. Auch auf die Frage, ob der irakische Al-Kaida-Chef reagiert habe, gab es keine Antwort. Geheimdienstinformationen zufolge kommunizieren al-Zarqawi und die Al-Kaida-Führung über Kuriere, die oft Wochen zwischen Afghanistan und dem Irak unterwegs sind.

Nachdem die irakischen Al-Kaida-Extremisten den Schiiten den Krieg erklärt hatten, starben im September allein innerhalb einer Woche mehr als 250 Menschen durch Anschläge. Die Furcht vor weiteren Anschlägen besonders bei religiösen Feiern ist seitdem stark gestiegen. (APA/Reuters)