Nach der Vergabe der begehrten Lizenzen für die dritte Mobilfunkgeneration in Großbritannien ist am Freitag auch in Deutschland der Startschuss für den Milliarden-Bieterkampf gefallen. Die Bewerbungsfrist für die Teilnahme an der für Jahresmitte geplanten Versteigerung der UMTS-Lizenzen endete am Freitag. Die Regulierungsbehörde will sich am kommenden Dienstag zu der Zahl der Bewerber und zur Auktion näher äußern. Nach eigenen Angaben arbeitet die Behörde mit Hochdruck an einem Versteigerungstermin im Juli. Rund ein Dutzend Telekommunikationsfirmen aus dem In- und Ausland haben ihre Teilnahme an der Versteigerung angekündigt. Neben den vier deutschen Netzbetreibern D1 (Deutsche Telekom), D2 (Vodafone/Mannesmann), E-Plus (KPN/Bell South) und E2 (VIAG INTERKOM/British Telecom) wollen Mobilcom, Debitel und Talkline mit ihren ausländischen Partnern France Telecom, Swisscom beziehungsweise Tele Danmark/SBC eine UMTS-Lizenz ersteigern. Auch der US-Riese MCI Worldcom, die spanische Telefonica und kanadische TIW befinden sich unter den Bewerbern. Telekom-Experten erwarten einen ähnlich harten Bieterkampf wie in Großbritannien. Dort waren am Donnerstag nach einer zweimonatigen Auktion fünf UMTS-Lizenzen zum Preis von umgerechnet 38,3 Mrd. Euro (528 Mrd. S) vergeben worden, darunter auch eine an die Telekom-Tochter One2One. Insgesamt hatten sich 13 Telekommunikaktionsfirmen an der britischen UMTS-Ausschreibung beteiligt. Großbritannien ist nach Spanien das zweite große Land in Europa, das in diesem Jahr UMTS-Lizenzen vergeben hat. In Spanien waren die Rechte in einem so genannten Schönheitswettbewerb vergeben worden. In Deutschland könnten die vier bis sechs zu vergebenden Lizenzen Beobachtern zufolge dem Bund einen dreistelligen Milliardenbetrag in die Kassen spülen. Mit dem neuen UMTS-Standard wird die mobile Datenkommunikation ab 2003 wesentlich beschleunigt und das Handy internetfähig gemacht. (APA/dpa)