Politikern wird manchmal nachgesagt, dass sie allzu gerne im Mittelpunkt stehen. Die von der SPÖ Wien dominierte Stadt gibt jährlich 100 Millionen Euro aus, um sich selbst, und da mit Vorliebe ihren Bürgermeister, ihre Stadträtinnen und Stadträte ins rechte Licht zu stellen – in Wahlzeiten wird noch ordentlich was draufgelegt.

Umso überraschender ist folgende Feststellung aus einem Brief, den Stadträtin Brauner auf Kosten der SteuerzahlerInnen an alle Mitarbeiter des KAV verschickt, und der natürlich überhaupt keinen Bezug zu den Wahlen hat: "Unser Motto: Der Mensch im Mittelpunkt" – also wie jetzt? Stadträtin Brauner räumt das Terrain und der Mensch, konkret die PatientInnen und die MitarbeiterInnen stehen plötzlich im Mittelpunkt?

Das überrascht, denn beim genauen Hinsehen wird der Mensch von der SPÖ Wien dort im Mittelpunkt ziemlich allein gelassen. Ein Lainzskandal folgt dem anderen und die lang versprochene Pflegemilliarde existiert nicht. Und das Pflegepersonal wird total in Stich gelassen, darüber kann so ein Brief auch nicht hinwegtäuschen. Wie hat der Pflegeombudsmann Dr. Vogt die Zustände in den städtischen Pflegeheimen genannt? "Eine Schweinerei erster Güte" und "strukturelle Gewalt in den Pflegeheimen".

Die traurige Realität erinnert leider an einen Marketingkalauer: Der Kunde steht im Mittelpunkt und dort steht er im Weg…