Brüssel - Die EU-Kommission zeigt sich "beunruhigt" über fehlende Vorräte an Medikamenten in den Mitgliedstaaten im Fall einer Übertragung des Vogelgrippe-Virus auf Menschen. "Wir sind nicht zufrieden", sagte ein Sprecher von EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou am Montag in Brüssel. Der Kommissar sei "beunruhigt darüber, dass in allen Mitgliedstaaten nicht ausreichende Vorräte für Antiviren-Medikamente vorhanden sind".

Nach den Vorstellungen der Kommission sollte für den Fall einer solchen Vogelgrippe-"Pandemie" in jedem EU-Staat Medikamenten-Bestände für 25 Prozent der Bevölkerung vorrätig sein. Die Kommission berufe sich dabei auf de Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Krisentreffen

Der Sprecher machte keine Angaben darüber, wie die Situation in den einzelnen Mitgliedstaaten aussieht. Dies sei nicht die Aufgabe der EU-Kommission, diese müsse lediglich die Bemühungen der 25 Länder koordinieren, sagte er. Beim Krisentreffen der EU-Außenminister am Dienstag in Luxemburg will Kyprianou den EU-Staaten einen Überblick über die derzeitige Lage in der EU verschaffen.

Auch das Nicht-EU-Mitglied Kroatien müsse verdächtige Todesfälle von Vögeln untersuchen, deutete der Kommissionssprecher in Hinblick auf eine entsprechende Frage an. "Alle Vögel müssen daraufhin getestet werden, ob sie das Vogelgrippe-Virus tragen. Dies sollte so schnell wie möglich erfolgen, wenn ein Verdacht besteht."

Das von Bayern im Alleingang verhängte Verbot von Vogelimporten aus weiteren asiatischen Ländern kritisierte der Sprecher indirekt. "Importbeschränkungen müssen auf EU-Ebene entschieden werden." (APA)