Goulimine - Mehrere Kameruner haben am Montag gegen ihre Abschiebung durch die marokkanischen Behörden protestiert und ihnen vorgeworfen, Geld und Mobiltelefone gestohlen zu haben. Die 129 Kameruner wurden vom Militärflugplatz Goulimine rund 650 Kilometer südlich von Rabat in die kamerunische Hafenstadt Douala geflogen. Sie beschimpften die Polizisten, als sie die Boeing 737 bestiegen. "Ich habe nicht einen Franc", schimpft der 26-jährige Zamba Achry und fügt hinzu, er gehe nicht freiwillig. Ein anderer klagt, ihm seien zwei Mobiltelefone gestohlen worden.

Die Behörden wiesen die Anschuldigungen zurück und betonten, es handle sich um freiwillige Rückkehrer. Marokko hat mit mehr als einem Dutzend afrikanischer Staaten über die Rückkehr ihrer Staatsbürger verhandelt. Die meisten Abgeschobenen waren bisher Senegalesen und Malier. In den vergangenen Tagen waren schon fast 1.600 Flüchtlinge von Ouja in der Nähe der Grenze zu Algerien in ihre Herkunftsländer zurückgebracht worden. Der Flug vom Montag war der letzte aus Goulimine, von wo aus 970 Menschen abgeschoben wurden. In Goulimine sollen noch 206 Menschen sein, deren Herkunft noch nicht geklärt war.

Entwicklung gegen Migration

Spanien und Frankreich kündigten unterdessen einen gemeinsamen Vorschlag im Kampf gegen die illegalen Einwanderungen an. Dazu soll vor allem die wirtschaftliche Entwicklung der afrikanischen Länder unterstützt werden, aus denen die meisten Flüchtlinge kommen. Der Vorschlag werde auf dem EU-Gipfel Ende des Monats in London vorgelegt, erklärten der spanische Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero und sein französischer Kollege Dominique de Villepin am Montag nach Beratungen in Barcelona. (APA)