Eine Satire von Sean Bonner sorgte bei der Nachrichtenagentur Associated Press für Aufregung. Sean Bonner montierte zahlreiche Bilder aus der laufenden Elián-Berichterstattung von AP zu einem animierten Film. Da treten das kubanische Flüchtlingskind Elián, ein inzwischen weltbekannter bewaffneter Beamter der Einwanderungsbehörde, Fidel Castro, Verwandte des sechsjährigen Jungen, Janet Reno und andere "Protagonisten" der Familientragödie, die längst zum Politikum wurde, in einen gutturalen, bellenden Dialog. "Wassup?" ("Was ist los?") ist die Hitline und führt hin zu einer "Werbung" für die "Stormtroopers". Sean Bonner: "Wir sind nur ein paar kleine Lichter, die dachten, dass das witzig sei". Nicht witzig fand dieses Movie allerdings AP. Die Nachrichtenagentur teilte Bonner mit: "Sie setzen sich dem Risiko aus, für die Verletzung des Copyright rechtlich haftbar gemacht zu werden. Das könnte für Sie Geldstrafen und möglicherweise eine strafrechtliche Verfolgung zur Folge haben. Ich bitte Sie, umgehend zu bestätigen, dass Sie dies verstanden haben und die Veröffentlichung von AP-Material über Ihre Website umgehend unterlassen." Sean Bonner konnte sich keine Abmahnung leisten und nahm am Donnerstag, nur zwei Tage nach Veröffentlichung der satirischen Animation, das Video von seinem Server. Doch das Movie hat sich bis dahin bereits wie ein Lauffeuer über Newsgroups auf zahlreiche " Mirror-Sites " verbreitet. Laufend kommen neue neue Sites mit dem Video, derzeit läuft es bei Playboy . Nicht zufällig, denn Miturheber des "Wassup"-Videos ist neben Sean Bonner Chris Lathrop, einer der Journalisten bei Playboy.com. Für die US-Presse ist die Satire zu einem heißen Thema geworden. Schließlich geht es dabei wieder einmal um grundsätzliche Fragen des Copyright im Internet. Zum einen seien die Bilder dazu verwendet worden, in satirischer Form ein politisches Ereignis zu kommentieren. Zum anderen zögen die Urheber des Films keinen Nutzen daraus. Das große, mächtige News-Unternehmen unterbinde die freie Meinungsäußerung, meinen daher viele Surfer, die sich bereits in einer "Fangemeinde" für Bonner gefunden haben.(pte/Spiegel)