Der französische Energiekonzern EdF (Electricite de France), der in Österreich an der steirischen Estag mit einer Sperrminorität beteiligt ist, startet gemeinsam mit 13 weiteren französischen und europäischen Partnern Ende Juni einen versuchsweisen Hochgeschwindigkeits-Internetdienst über die Stromleitung. Man wolle sich dadurch der künftigen Generation der Internet-kompatiblen Elektrogeräte anpassen und nicht den Telekommunikationsgesellschaften Konkurrenz machen, betonte EdF gegenüber der Fachzeitschrift Lettre des Telecommunications (Gruppe Les Echos). Die Telefongesellschaft France Telecom gehört zu den Partnern des Projektes. Für den Versuch sollen im nächsten Sommer insgesamt 500 Haushalte, Schulen und andere Gebäude in ganz Europa miteinander verbunden werden. Die Benützer können über das Stromnetz mit einer Geschwindigkeit von zwei bis drei Megabits pro Sekunde im Internet surfen, sie können es allerdings auch für herkömmliche Telefongespräche verwenden. In kleinem Maßstab testet EdF das System bereits seit Februar in einer Mittelschule der Insel Saint-Lo am Ärmelkanal. Der europaweite Versuch wurde technisch durch die Mitarbeit des Schweizer Industriekonzerns Ascom und seiner neuen Tochtergesellschaft Powerline Communications ermöglicht, welche die nötige Ausrüstung des Utilities Test System (UTS) liefern. Ein EdF-Vertreter, Jean-Francois Droubay, wurde überdies zum Präsidenten des Forums PCL (PowerLine Communication) ernannt, welches zahlreiche europäische Stromerzeuger wie etwa die deutschen EnBW und RWE, die spanische Endesa und die italienische ENEL umfassen. EnBW, an der EdF mit einem Viertel des Kaptals beteiligt ist, testet die PLC-Methode bereits seit zwei Jahren mit rund 100 Kunden. Die Gesellschaft hat Anfang Februar eine Allianz mit dem Elektrokonzern Siemens geschlossen, um diese Technik zu vermarkten. Das Energie-Konglomerat RWE will die PLC-Technologie Anfang 2001 vermarkten, sein Konkurrent Veba will schon vor Jahresende damit beginnen. Die EU-Kommission finanziert seit Jahresbeginn mit umgerechnet etwa 20 Mill. S ein Projekt mit dem Namen Palas (Powerline As an Alternative Local Access). (APA)