Soft und hart zugleich: Tyler aus Wien

Foto: Release / Götz Schrage
Wien - Was wurde ich beschimpft von der geschätzten aber so gestrengen UserInnenschaft als ich im Mai Tylers Albumdebüt "Don't play" zur Lieblingsplatte der Redaktion erwählte. Doch neben den Enttäuschten, die das Debüt "aalglatten Kommerzrock" schimpften oder etwa meinten, der Albumtitel sei Programm, gab es auch ebensoviele Fürsprecher und Begeisterte dieser jungen musikalischen Energiebündel.

Es gibt österreichische Bands, die live Lichtjahre hiner ihren gut abgemischten Studioaufnahmen hinterherhinken: Tyler gehört definitiv nicht dazu, sondern gewinnen an Intensität. Ich wage es also nochmal und empfehle die verbleibenden drei österreichischen Termine der "Any City"-Tour in Wien, Steyr und St. Pölten und ... holla! ... einen Termin in Berlin.

Die Tatsache, dass Singles wie das zornige "Hello" oder das mit den Tempi spielende, rotzige "Seperated" mittlerweile auf vielen Playlists zu finden ist, oder ihre Videos auf GoTV oder der MTV-Rockzone gespielt werden, ist eben kein Schmäh-Grund. Wieso auch?

Wer dynamischen, eingängigen Alternativ-Rock mit einer energischen, bei den langsamen Nummern, aber ebenso einfühlsamen, Stimme bevorzugt und dem dabei obendrein egal ist, wie "neu" und "innovativ" das alles offenbar klingen muss, sollte sich die soliden Auftritte von Lukas Hillebrand (Gesang), Moritz Gaber (Gitarre), Peter Schönbauer (Bass) und Alex Pohn (Schlagzeug) nicht entgehen lassen. Und um jeden Zweifel auszuräumen: Die Band ist mit der Verfasserin weder verwandt, verschwägert noch befreundet. (kafe)