Salzburg/Wien - Beamte der Kinderporno-Meldestelle des Innenministeriums verhafteten einen Oberösterreicher, der im Internet für sexuelle Kontakte Mädchen unter 14 suchte. Der 54-jährige Verdächtige war unter "Hannes 45" oder "Carlos 25" in unverfänglichen Chat-Rooms, wo Jugendliche über ihre Film-und Popstars oder über Computerspiele und Lehrer plaudern, aufgetaucht. Über eine anonyme Meldung wurde die Kriminalpolizei am 23. April darauf aufmerksam, dass jungen Mädchen für "Erlebnisse, die sie mit Gleichaltrigen nie haben würden", 500 bis 1000 Schilling angeboten werden. Kriminalisten stiegen daraufhin ebenfalls unter einem Decknamen in den Chat ein und arrangierten für vergangenen Freitag ein Treffen auf dem Salzburger Hauptbahnhof. Der Verdächtige kam tatsächlich. Und zwar eineinhalb Stunden vor dem ausgemachten Termin. "Scheinbar wollte er die Umgebung auskundschaften", so der Interpol-Beamte Gerhard Brenner im Gespräch mit dem STANDARD. Eine junge Polizistin in Zivil sprach die Internetbekanntschaft an, Sekunden später erfolgte die Verhaftung. Der Mann wurde wegen versuchtem sexuellen Kindesmissbrauch angezeigt und mittlerweile wieder auf freien Fuß gesetzt. Er bestreitet weitere Fälle und gab an, den Chat vom Computer seines erwachsenen Sohnes aus geführt zu haben. Das Gerät ist beschlagnahmt und wird nun nach etwaigen Kinderpornos oder einschlägigem Adressenmaterial abgesucht. Der Kriminalpolizeiliche Beratungsdienst (KBD) rät zur Vorsicht bei Treffen mit Internetnutzern. Niemand wisse, wer sich hinter Chat-Namen verberge. "Wenn schon ein Treffen, dann an belebten Plätzen und am besten Freundin oder Freund mitnehmen", rät Brenner. Außerdem sollten auch andere Bekannte informiert werden. Weiterer Tipp: Handy mitnehmen und eingeschaltet lassen. (simo) Hinweise bei Verdacht auf verbotene Internetinhalte an die kriminalpolizeiliche Meldestelle: E-Mail an interpol@abacus.at oder telefonisch unter 01/313 45-85463 .