1999

1. Jänner: Der Euro wird formal von den Mitgliedern der Europäischen Währungsunion (EWU) aus der Taufe gehoben. 4. Jänner: Die Gemeinschaftswährung wird in Sydney erstmals gehandelt. Ein Euro kostet 1,1747 Dollar. 29. Jänner: Das Wirtschaftswachstum in den USA erreicht im vierten Quartal 1998 hohe 5,6 Prozent. Der Euro schließt den New Yorker Handel mit 1,1363 Dollar 22. Februar: Nachdem die Finanzminister der sieben führende Industrieländer erklären, eine Währung sollte die Fundamentaldaten eines Landes widerspiegeln, fällt der Euro auf 1,1035 Dollar und setzt in den folgenden Tagen seinen Abwärtstrend fort. 11. März: Der überraschende Rücktritt des deutschen Finanzminister Oskar Lafontaine gibt der Gemeinschaftswährung eine unerwartete Atempause. Vorübergehend kann sich der Euro um zwei Cents erholen. 15. März: Die Europäische Kommission tritt inmitten von Korruptionsvorwürfen zurück. Der Euro wird mit 1,0943 Dollar gehandelt. 16. März: Der Dow-Jones-Index überspringt erstmals die 10.000er Marke. Der Euro bleit mit 1,0990 Dollar unbeeindruckt. 24. März: Die Nato greift Jugoslawien an. Ein Euro kostet noch 1,0885 Dollar. 8. April: Die EZB senkt überraschend den Tendersatz auf 2,5 Prozent. Der Euro wird nur noch mit 1,0761 Dollar bewertet. 19. April: EZB-Chef Wim Duisenberg erklärt, der Euro sei noch nicht auf einem Niveau, das Interventionen im großen Maßstab rechtfertige. Ein Euro kostet noch 1,0668 Dollar. 24. Mai: Die Finanzminister der EU erkennen an, dass Italien wegen einer Konjunkturflaute sein Defizitziel für 1999 nicht erreichen kann. Der Euro fällt auf 1,0606 Dollar. 3. Juni: Das serbische Parlament billigt den Friedensplan für den Kosovo. Dem Euro hilft dies aber nicht. Die Gemeinschaftswährung kostet noch 1,0324 Dollar. 8. Juni: Der künftige Bundesbankchef Ernst Welteke spricht sich dafür aus, das aktuelle Kursniveau nicht mit den hohen Anfangskursen des Euro zu vergleichen, sondern mit dem Wert des Ecu zu Beginn des vorigen Jahres von 1,08 Dollar. Der Euro kann sich im Tagesgeschäft leicht erholen und schließt mit 1,0466 Dollar. 11. Juni: EZB-Chefvolkswirt Otmar Issing erklärt, eine Notenbank sollte niemals sagen, dass sich nicht interveniert. Vielmehr sollten Spekulationen über das Wann und das Ob von Interventionen wachgehalten werden. Der Euro notiert mit 1,0517 Dollar. 18. Juni: Die Bank von Japan stützt den Euro gegenüber dem haussierenden Yen. Die EZB kauft für die japanische Notenbank Euro. Der Euro bleibt gegenüber dem Dollar mit 1,0395 Dollar schwach. 30. Juni: Die US-Notenbank hebt den Zielsatz für Tagesgeld um 0,25 auf fünf Prozent. Der Euro notiert bei 1,0357 Dollar. 24. August: Die US-Notenbank hebt ihren Zielsatz für Tagesgeld nochmals um 0,25 Prozentpunkte auf 5,25 Prozent an. Der Euro steht bei 1,0543 Dollar. 27. August: US-Notenbankchef Alan Greenspan sorgt sich öffentlich um die stark gestiegenen Aktienkurse. Der Dow Jones bricht um ein Prozent ein. Der Euro schließt mit 1,0463. 14. Oktober: US-Notenbankchef Alan Greenspan spricht sich für Vorsorgemaßnahmen angesichts eines überschäumenden Aktienmarktes aus. Der Euro steht bei 1,0773 Dollar. 2. November: Frankreichs Finanzminister Dominique Strauss-Kahn tritt zurück. Der Euro steht anschließend bei 1,0518 Dollar. 4. November: Die Europäische Zentralbank erhöht - wie von den Finanzmärkten erwartet - ihren zentralen Tenderzins um 0,50 Prozentpunkte auf 3,00 Prozent. Der Euro steht bei 1,0376 Dollar. 16. November: Die US-Notenbank hebt ihren Zinssatz für Tagesgeld angesichts der weiter boomenden Wirtschaft auf 5,50 (5,25) Prozent an. 2. Dezember: Der Euro sinkt im US-Handel vorübergehend auf knapp unter einen Dollar, was im wesentlichen mit den anhaltenden unterschiedlichen Wachstumsraten der USA und der Euro-Zone begründet wird. 23. Dezember: Bundesfinanzminister Hans Eichel kündigt an, Gewinne, die aus Verkäufen von Firmenbeteiligungen entstanden sind ab dem Jahr 2001 steuerfrei zu stellen. Analysten prognostizieren für diesen Zeitraum eine Welle von Fusionen und Firmenumgestaltungen. Der Euro schließt bei 1,0159 Dollar. 31. Dezember: Der Euro beendet sein erstes Handelsjahr bei 1,0060 Dollar.

2000

5. Jänner: Der Euro steigt in den ersten drei Handelstagen des Jahres um 3,5 Prozent und notiert erstmals in sieben Wochen über 1,04 Dollar. 31. Jänner: Die EZB sowie die Finanzminister der Euro-11 sehen ein robustes Wachstum in der Euro-Zone. Der Euro habe Aufwärtspotenzial, basierend auf Wachstum ud Preisstabilität. Der Euro schließt bei 0,9693 Dollar. 3. Februar: Die EZB hebt den Refinanzierungssatz für Tagesgeld um 25 Basispunkte auf 3,25 Prozent an. Der Euro steht bei 0,9900 Dollar. 2. März: Finanzminister Eichel sagt gegenüber der Tageszeitung "Financial Times", er wolle einen starken Euro. Dieser stellt sich daraufhin auf 0,9642 Dollar. 9. März: Die EZB warnt in ihrem Monatsbericht vor steigender Inflation wegen des schwächeren Euro. 16. März: Die EZB hebt die Zinsen abermals um 25 Basispunkte an. Der Euro schließt bei 0,9713 Dollar. 31. März: Der Euro fällt erstmals unter 100 Yen. 15. April: Notenbankchefs und Finanzminister geben beim G7-Treffen in Washington keine Kommentare zur Euro-Schwäche ab. Der Euro schließt am darauffolgenden Montag (17. April) bei 0,9522 Dollar. 27. April: Die EZB hebt die Leitzinsen der Euro-Zone wiederum um 25 Basispunkte an. Bundesbank-Präsident Ernst Welteke wird mit den Worten zitiert, er könne sich kaum vorstellen, dass der Euro im Jahresverlauf deutlich unter 0,90 Dollar fällt. 3. Mai: Der Euro wird erstmals mit unter 0,90 Dollar gehandelt.