Peking - Die chinesische Polizei hat in der Nordprovinz Hebei einen Bischof und zwei Priester der papsttreuen katholischen Untergrundkirche festgenommen. Bischof Jia Zhiguo, der bereits rund zwanzig Jahre in kommunistischen Gefängnissen verbrachte, sei erneut in Arrest genommen worden, berichtete am Donnerstag die in den USA ansässige Kardinal Kung-Stiftung. Diese trägt den Namen des vor fünf Jahren 98-jährig verstorbenen chinesischen Kardinals und ehemaligen Erzbischofs von Shanghai, Ignatius Gong Pinmei (in alter Transskription: Kung Pin-mei), der 33 Jahre in kommunistischer Haft verbracht hatte.

Erst am Dienstag hatte die US-Regierung in einem Bericht schwere Verstöße gegen die Religionsfreiheit in der Volksrepublik China angeprangert. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums wies die Kritik am Donnerstag als "grundlos" und als Einmischung in innere Angelegenheiten zurück. In der Volksrepublik ist nur diese staatlich kontrollierte "patriotische" katholische Kirche zugelassen, die ihre Bischöfe selbst wählt und keine offiziellen Beziehungen zum Vatikan unterhalten darf. Die papsttreue Untergrundkirche wird als "subversive Organisation" verfolgt. Mehrere Bischöfe und zahlreiche Priester befinden sich in Arbeitslagern, sie werden von den KP-Behörden als "vom Ausland gesteuerte feindliche Elemente" eingestuft.

Zum Abschluss der Weltbischofssynode in Rom im Oktober hatte Papst Benedikt XVI. auf die Verfolgung in China hingewiesen: "Wir wollen allen Gläubigen und Priestern dort versichern, dass wir im Gebet bei ihnen sind." Das Regime in Peking hatte vier offiziellen Bischöfen die Reise nach Rom untersagt. Peking hatte "starkes Missfallen" über die Teilnahme des taiwanesischen Staatspräsidenten Chen Shui-bian an den Beisetzungsfeierlichkeiten für Papst Johannes Paul II. geäußert. Der Vatikan ist der einzige Staat in Europa und einer von weltweit noch 25 Staaten mit diplomatischen Beziehungen zu Taiwan ("Republik China"). (APA/dpa)