Kairo - Offenbar als Reaktion auf Proteste der jordanischen Bevölkerung gegen die Bombenanschläge von Amman mit 56 Toten hat die Terrororganisation Al Kaida im Irak am Donnerstagabend eine zweite Erklärung im Internet veröffentlicht. Die Al Kaida wolle Muslimen einen Teil der Gründe erklären, "warum heilige Krieger diese Höhlen angriffen". Die Organisation habe erst dann zugeschlagen, als sie sicher gewesen sei, dass die Hotels Zentren des Kriegs gegen den Islam seien.

Sie unterstützten die Präsenz "der Kreuzfahrer" im Irak und auf der arabischen Halbinsel und der Juden im Land Palästina, hieß es in der Erklärung. In den Hotels seien Geheimdienstorgane der Amerikaner, Israelis und einiger westlicher Staaten "in unsichtbaren Schlachten im so genannten Kampf gegen den Terrorismus" tätig gewesen. Auch die NATO habe die drei Hotels genutzt.

Weitere Anschläge angekündigt

Für die Zukunft kündigte Al Kaida im Irak Anschläge mit noch katastrophaleren Folgen an. Die Organisation werde nicht zögern, Orte anzugreifen, an denen sich westliche Ausländer und Israelis aufhielten. Diese hätten auch kein Mitleid, wenn sie "das Blut von Muslimen vergießen und die Ehre der anständigen Frauen vergewaltigen."

Die meisten der Toten bei den Anschlägen waren Araber. In Amman und anderen jordanischen Städten folgten hunderte Menschen einem Aufruf der Gewerkschaften und demonstrierten gegen die Anschläge und den Anführer der Al Kaida im Irak, Abu Musab al Zarqawi. Den Gewerkschaften gehören sowohl islamistische Gruppierungen als auch linksgerichtete politische Organisationen an, die normalerweise die prowestliche Politik von König Abdullah II. kritisieren. In einer ersten Erklärung hatte sich Al Kaida im Irak bereits zu den Taten bekannt. (APA/AP)