Wenn Eltern sich etwas wünschen könnten, würden rund 30 Prozent "kürzere Betriebsferien der Kinderbetreuungseinrichtung" auf ihrem Wunschzettel ankreuzen. Zwar haben in Wien laut Kindertagesheimstatistik 2004/05 der Statistik Austria immerhin 353 der insgesamt 429 Horte beinahe ganzjährig geöffnet (50 bis 52 Wochen), in Oberösterreich hat der Großteil der Hortstätten (108 von 170) im Vergleich aber nur rund 44 bis 46 Wochen offen.

Auch die Öffnungszeiten sind für viele Eltern problematisch: Selbst in Wien schließen 323 Horte zwischen 17 und 18 Uhr – ein gemeinsames Merkmal bei mehr als der Hälfte der 1014 bundesweiten Hortstätten.

Tagesbetreuung an der Schule selbst soll laut Bildungsministerin Elisabeth Gehrer seit dem heurigen Schuljahr wie folgt aussehen: Das VP-Konzept spricht von 10.000 zusätzlichen Nachmittagsbetreuungsplätzen für die Sechs- bis Vierzehnjährigen. Davon finanziert das Ministerium allerdings nur eine Stunde pro Tag direkt. Der Rest muss von den Gemeinden aufgebracht werden. "Und dann heißt es, die Stunden werden nicht abgerufen", ärgert man sich in der Arbeiterkammer.

Ebenfalls nicht im Paket: die – auch von Pisa-Koordinator Andreas Schleicher befürwortete – verschränkte Unterrichtsform. Dabei wechseln Unterricht und Entspannungsphasen einander ab, die tatsächlichen Lernphasen werden über den Tag verteilt. Betreuung im Sinne der Bildungsministerin meint hingegen die Beaufsichtigung der Schüler durch die Nachmittagsbetreuung. (DER STANDARD, kmo, Printausgabe, 15. November 2005)