Wien - Der Vorsitzende der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD), Fritz Neugebauer, schaltet bei den Verhandlungen über die Einsparungen bei den Beamtenpensionen auf hart. Er brach am Donnerstag Nachmittag nach nicht einmal eineinhalb Stunden die zweite Verhandlungsrunde mit Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer (F) ab und will sich nun an Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) wenden. Die Vizekanzlerin hatte davor seiner Forderung nach einer Verschiebung der Reform nicht zugestimmt. Laut Ministerratsbeschluss sollen die Pensionsverhandlungen bis 24. Mai abgeschlossen sein. Neugebauer begründete seine Entscheidung damit, dass die Pensionsreformdebatte von mehreren Bundesministern geführt werde. Daher wolle er sich nun an den Bundeskanzler mit seiner Koordinierungsfunktion wenden, um mit ihm die Spielregeln für den Verhandlungsprozess auszuhandeln. Danach könne es wieder Gespräche mit der für die Beamten zuständigen Vizekanzlerin Riess-Passer geben. Die derzeit geltende Terminvorgabe sei keinesfalls akzeptabel. Riess-Passer zeigte sich enttäuscht Riess-Passer zeigte sich enttäuscht, dass die Beamten erneut keine konkreten Vorschläge präsentiert hätten: "So kann man Verhandlungen nicht führen." Bei der heutigen Sitzung seien keinerlei inhaltliche Details besprochen worden. Ihr Eindruck war, dass die Gewerkschaft nur auf Zeitgewinn setzt. Am 24. Mai als Abschlusstermin für die Pensionsverhandlungen hält die Vizekanzlerin fest. Sie sieht für eine Verschiebung keinerlei Veranlassung, schließlich werde bis zu diesem Zeitpunkt auch die Umstellung im ASVG-Bereich vollzogen. Zu Verhandlungen ist sie jederzeit bereit, sie kann sich dabei auch eine mehrtägige Klausur vorstellen. Dass die Verhandlungen bereits gescheitert sind, glaubt Riess-Passer nicht. Reaktion auf ein Nein von Schüssel noch unklar Neugebauer ließ nach der zweiten Verhandlungsrunde unklar, wie die Gewerkschaft auf ein Nein von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel zur Verschiebung der Reform reagieren wird. Dementsprechende Fragen werde er erst beantworten, wenn solch ein Szenario eingetreten sei, sagte Neugebauer nach dem Ende der Verhandlungen mit Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer. Kritik übte er erneut daran, dass die Regierung die Gesetzesvorlage noch während der laufenden Verhandlungen in Begutachtung gegeben hat. Dieses Vorgehen erhärte den Verdacht, dass die Regierung mit keinem Kompromiss in den Ministerrat gehen wolle. (APA)