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Foto: Archiv
Nach der heftigen Diskussion und den Problemen rund um Sony BMGs XCP-Kopierschutz, regt sich Widerstand an vielen unterschiedlichen Fronten und Diskussionen auf sehr breiter Basis starten zum Thema "Digital Rights Management" und Konsumentenrechten.

Apples "Fairplay"

Nun häufen sich auch die Diskussionen rund um den Apple Kopierschutz "Fairplay". Dieser wird im iTunes Music Store genutzt und soll "fair to the artist, to the record companies and to you" sein, meint Apple. Im FairPlay Agreement wird festgehalten, dass die Musikdateien auf insgesamt fünf Rechnern abspielen lässt und unlimitiertes Synchronisieren mit dem iPod ermöglicht. Eine Playlist kann insgesamt sieben Mal gebrannt werden.

Fair heißt nicht fehlerlos

Dieses - auf den ersten Blick - "faire" Modell hat aber auch einiges an Problemen und Schwierigkeiten zu bieten. So berichtet Tidbits Adam Engst von den Problemen wenn UserInnen ein mehrteiliges Audiobook bei iTunes herunterladen und dieses dann in einem File zusammenfassen wollen - ein legitimes und sicherlich nicht illegales Unterfangen, das aber auf einfachem Weg nicht zu bewerkstelligen war.

"Auszeichnung"

Newsweek-Kolumnist Steven Levy verlieh Apple-CEO Steve Jobs eine fiktive Auszeichnung, für den Verkauf von Liedern über den iTunes Music Store, die auf allen anderen MP3-Playern nicht abspielbar sind. Ohne eine "digitale Operation" sei es zudem nicht möglich Songs von anderen Anbietern auf den iPod zu bekommen, meint Levy.

Microsoft, Apple und Sony

Interessante Vergleiche zieht Slate-Kolumnist Adam Penenberg, der erklärt warum die KonsumentInnen mit Kopierschutzmechanismen leben müssen. Es hat nicht so viel mit dem Schutz von Inhalten, sondern dem Schutz von Geschäftsmodellen zu tun, so Penenberg. Während Apple sich ein kleines Monopol errichtet hat, und Sony BMG sich selbst killt, versucht Microsoft seine Kopierschutz-Tools unter die Leute zu bringen, um so an Apples Kuchen mitzunaschen. Was wir, die Konsumenten erleben, ist eine Wiederholung des Kampfes zwischen Apple und Microsoft um den Desktop. Allerdings gibt es einen großen Unterschied: diesmal sitzt Apple am längeren Ast; denn wenn die Musikunternehmen Apple weiterhin unterstützen und weiterhin Millionen iPods verkauft werden würden, so hat Gates das Nachsehen.

Seltsam

Am schwierigsten für die Kunden ist es allerdings, nachzuvollziehen, was die Beweggründe für die Antipiraterie-Bemühungen von Apple und Microsoft sind. Immerhin ist keines dieser Unternehmen ein Opfer von Musik-Piraterie. Für Penenberg ist es einfach nur eine Technologie und eine Panikmache, die die Kunden dazu zwingt Produkte von einem der beiden Unternehmen zu kaufen. So müsste ese aber nicht sein: wenn die Unternehmen einen gemeinsamen Standard entwickeln würden und dieser von der Industrie getragen wird - also sowohl von den Hard- wie Software-Erzeugern - dann würden Lieder auch einfach überall abspielbar sein und die Kunden hätten endlich einmal Ruhe vor lästigen Problemen mit Kopierschutz und DRM.(red)