Frankfurt/Main - Das aggressive Vogelgrippe-Virus H5N1 breitet sich seit 2003 in Asien und inzwischen auch in Europa aus. In Asien sind auch über 60 Menschen an der Krankheit gestorben, am Mittwoch wurden die ersten beiden Todesfälle in China außerhalb Hongkongs gemeldet. Die Nachrichtenagentur Associated Press sendet eine Chronik der wichtigsten Ereignisse.

Frühjahr 1997

In Hongkong treten die ersten Fälle von Vogelgrippe des Subtyps H5N1 auf. Im Mai stirbt ein dreijähriger Bub an der Erkrankung.

Ende 1997/Anfang 1998

Nach einem neuerlichen Ausbruch der Krankheit sterben weitere fünf Menschen. Insgesamt infizieren sich 18 Personen mit dem Virus. Hunderttausende Hühner werden getötet.

Frühjahr 2003

Die Niederlande verhängen nach einem Ausbruch der Vogelgrippe des Typs H7N7 im März einen Exportstopp für Geflügel. Hunderte Geflügelbetriebe in Gelderland nahe der deutschen Grenze werden gesperrt. Außerdem werden alle Hühnerschlachtereien im Land geschlossen. Während des Ausbruchs infizieren sich über 80 Personen. Ein Tierarzt stirbt an den Folgen der Krankheit. Auch in Belgien grassiert die Geflügelpest. Millionen Tiere werden geschlachtet.

Mai 2003

Der Geflügelpest-Verdacht auf einem Hof bei Viersen bestätigt sich. Zehntausende Tiere werden in nordrhein-westfälischen Betrieben vorsorglich getötet.

Dezember 2003

Die Vogelgrippe bricht in Südkorea aus. Massenschlachtungen können die Ausbreitung nicht verhindern. Das Virus vom Typ H5N1 ist aggressiver als 1997.

Jänner 2004

Die Geflügelpest greift auf Japan, Hongkong, Thailand, Indonesien, Vietnam, Laos und Kambodscha über.

August 2004

Der Virusstamm H5N1 wird in Geflügel in Malaysia identifiziert.

Dezember 2004

Über das ganze Jahr fallen 24 Menschen in Vietnam und zwölf in Thailand der Vogelgrippe zum Opfer.

Jänner 2005

Kambodscha meldet sein erstes Todesopfer.

April 2005

In Zentralchina wird ein Massensterben von Wildvögeln registriert.

Juli 2005

Die Geflügelpest dehnt sich bis Russland aus. Betroffen sind fünf sibirische Regionen sowie ein Distrikt im Ural-Gebirge. Eine harmlosere Form des H5-Erregers wird auf den Philippinen nachgewiesen.

August 2005

Die Mongolei meldet den Tod von Wildvögeln, die mit H5N1 infiziert waren. Auch aus Kasachstan wird von Erkrankungen berichtet. Die EU weitet ihr Importverbot für neun asiatische Staaten auf Russland und Kasachstan aus.

September 2005

Für weite Teile von Niedersachsen sowie für einige Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern gilt vom 15. September an der Stallzwang für Freiland-Geflügel. Damit soll eine Ansteckung bei Zugvögeln verhindert werden.

Oktober 2005

Die Vogelgrippe erreicht Europa. Nach Fällen in der Türkei und Rumänien erweitert die EU ihren Importstopp.

20. Oktober

Das österreichische Gesundheitsministerium ordnet ein Verbot für Freiland-Geflügelhaltung an.

26. Oktober

China meldet den dritten Ausbruch innerhalb einer Woche. Die Vogelgrippen-Fälle in Kroatien werden bestätigt.

2. November

Die USA stellen einen Notfallplan für den Ausbruch einer Grippe-Pandemie unter Menschen vor. Geplant sind unter anderem Reiseverbote und Medikamenten-Rationierungen.

9. November

Vietnam erwirbt nach eigenen Angaben das Recht zur Produktion des Grippemittels Tamiflu. Die Herstellung soll im Januar beginnen.

15. November

Die chinesische Regierung kündigt die Impfung aller 14 Milliarden Zuchtvögel im Land an. In Vietnam soll Geflügel in den beiden größten Städten geschlachtet werden.

16. November

China bestätigt die drei ersten menschlichen Fälle von Vogelgrippe außerhalb Hongkongs. Von den Patienten sind nach WHO-Angaben zwei gestorben, der dritte habe sich erholt. (APA)