Wien - Wie gleichgestellt sind Frauen und Männer wirklich? Dieser Frage widmete sich die von AK- und ÖGB-Frauen organisierte Veranstaltung "Offensiv in die Zukunft zur Gleichstellung von Mann und Frau mit Gender Mainstreaming" am Montag in St. Pölten.

Unter der Patronanz von Landeshauptmann Pröll - für ihn ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie "noch nicht in den Köpfen und Herzen der Menschen verankert" - versammelten sich SpitzenrepräsentantInnen aus Politik und Interessenvertretungen. Christa Prets, Gabriele Heinisch-Hosek, Brigid Weinzinger, Johanna Mikl-Leitner, Sonja Zwazl, Theresia Meier und Josef Staudinger stellten sich den Fragen von ORF-Moderatorin Renata Schmidtkunz.

"In den letzten Jahrzehnten wurden beispielhafte arbeits- und sozialrechtliche Rahmenbedingungen für berufstätige Frauen geschaffen. Aber es liegt noch viel Arbeit vor uns, denn das gesellschaftspolitische Pendel schlägt zur Zeit in die andere Richtung aus. Es sind die Frauen, die am meisten unter der anhaltenden Konjunkturflaute leiden. Sie sind am öftesten von Arbeitslosigkeit und Armut bedroht", sagte der AKNÖ-Präsident und ÖGB-Vorsitzende NÖ.

Ungleichheiten in allen Bereichen

In der anschließenden Podiumsdiskussion von WissenschaftlerInnen und ArbeitsmarktspezialistInnen wurde anhand präsentierter Statistiken und Berichten aus der Praxis deutlich, dass die Chancengleichheit der Geschlechter im Alltag noch nicht Realität ist - weder bei der Besetzung von Führungspositionen noch beim Einkommen noch bei medizinischen Behandlungen.

"Zwar ist die gesetzliche Gleichstellung zwischen Mann und Frauen selbstverständlich, aber bis sie realisiert ist, müssen wir noch einen weiten Weg gehen. Das Instrument dazu heißt Gender Mainstreaming. Damit soll eine geschlechtsneutrale Basis zur Gleichstellung zwischen Mann und Frau geschaffen werden. Nach drei Jahren werden wir evaluieren, was bis dahin passiert ist", erklärt Initiatorin ÖGB NÖ-Frauen-Vorsitzende KR Christa Bogath. (red)