Wien - SPÖ-Rechnungshofsprecher Günther Kräuter übt äußerst scharfe Kritik an Verteidigungsminister Platter, der nur für den Fall der Stationierung aller Eurofighter in Zeltweg entsprechende Gegengeschäfte als "möglich" bezeichnet hatte. Landeshauptmann Franz Voves hatte am Freitag erklärt, dass die Steiermark nicht bereit sei, die gesamte Last der Stationierung ohne Ausgleich zu tragen und eine Stationierung von nur neun Abfangjägern in Zeltweg in den Raum gestellt.

Abfangjägerausschreibung

"Verteidigungsminister Platter hat im Mai 2003 vorgegaukelt, dass Zeltweg, Thalerhof und Linz-Hörsching die Einsatzflugplätze seien. Die Abfangjägerausschreibung hat verlangt, dass die Jets auf zwei Flugbasen stationiert werden, Günther Platter hat die Beschaffungsrichtlinien gebrochen und die Bevölkerung belogen, so Kräuter in einer Aussendung.

Die weitere Aussage Platters, nur wenn alle 18 Eurofighter nach Zeltweg kämen, wären Gegengeschäfte für die Region Aichfeld möglich, sei eine "unfassbare Frechheit und eine Verhöhnung der steirischen Bevölkerung". Kräuter: "Von Wirtschaftsminister Bartenstein wurde ein Viertel des Gegengeschäftsvolumens für die Steiermark in Aussicht gestellt. Bekanntlich ist die steirische Gegengeschäftslüge - Autoindustrie, Flugzentrum, Joanneumskandal - längst entlarvt, im Aichfeld ist kein einziger Arbeitsplatz durch Gegengeschäfte in Sicht. Im Gegenteil, die Lärm-, Schmutz- und Gefahrenbelastung wird im Tourismusbereich hunderte Arbeitsplätze kosten."

Protestaktionen

Kräuter schließt in der für die Steiermark vollkommen unzumutbaren Eurofightersituation "zivilen Widerstand" nicht aus: "Wenn alle politischen Anstrengungen scheitern, kein Lastenausgleich stattfindet und die Steiermark ausschließlich die Belastungen zu tragen hat, wird es zu einer Radikalisierung der betroffenen Bevölkerung kommen. Es wird Demonstrationen, Protestaktionen bis hin zu Blockademaßnahmen geben."