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Idol kanns noch: Das Spiel mit der Lippe.

Foto: AP /PA, Yui Mok
Zwei Stars aus den Achtzigerjahren beehren Wien. Der alte, kratzige US-britische Rock-Kuschelbär Billy Idol entdeckt derzeit live wie auch auf seinem aktuellen Album Devil's Playground nach gut zwölfjähriger "Kreativpause", dass man die eigene Karriere zwischen höhnisch hochgezogener Lippe, kolumbianischem Schneegestöber und als Fußnote in der Geschichte des Punk (Generation X) am besten als guten Witz verkauft. Auf Platte klingt das alles eher unerheblich. Die alten Hadern Rebel Yell, White Wedding oder Sweet Sixteen dürften laut aktueller Augenzeugenberichte aus Deutschland live allerdings nach wie vor großen Spaß machen: "In the midnight hour she cried more, more, more . . .!" Schmusekönig Mick Hucknall und Simply Red beschenken uns live zwar ebenfalls vorwiegend mit alten Schätzen. Allerdings ist der Brite auf seinem neuen Album Simplified merkbar gereift. Weg vom Plastik-Soul hin zum mit kubanischen Musikern gewürzten Alterswerk. Als Hobby betreibt Hucknall übrigens das Reggae-Label Blood And Fire, auf dem er alte jamaikanische Schätze von King Tubby oder The Congos hebt. Ein Guter! (schach/ DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30. 11. 2005)