Wien - Die Ex-Außenministerin und EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner wehrt sich gegen den Vorwurf, dass sie die politische Verantwortung in der Visa-Affäre trage. "Man muss doch wissen, dass die Fachaufsicht im Innenministerium liegt. Wir waren natürlich ausstellende die Behörde. Und noch etwas: Es hat nicht nur unsere eigene Kontrollbehörde geprüft, sondern vor allem das Innenministerium und die Staatsanwaltschaft", betonte Ferrero-Waldner in einem Interview mit der Info-Illustrierten "News".

Über den Umgang mit den Informationen über Visa-Missbräuche, die sie im Mai 2002 vom pensionierten Ex-Politiker Helmut Edelmayr bekommen hat, sagte Ferrero-Waldner laut "News": "Ja, er hat mir einige Dinge mitgeteilt, das ließ ich überprüfen, von den internen Kontrollbehörden, aber auch von Innenministerium und Staatsanwaltschaft. Als ich hörte, dass es kein negatives Ergebnis gab, sagte ich ihm: Wir haben nichts gefunden. Mehr konnte vom Außenamt nicht gemacht werden, wir sind nicht Untersuchungsbehörde."

Zur Verantwortung sagt die Ex-Außenministerin: "Nochmals: Es prüften auch Staatsanwaltschaft und Innenministerium, die haben wahrscheinlich mehr Möglichkeiten, solchen Dingen kriminalistisch auf den Grund zu gehen. Die Verantwortung im Sachbereich liegt im Innenministerium, die Ausstellung beim Außenministerium."

"News" zitiert in der jüngsten Ausgabe auch aus dem Rohbericht zur Prüfung des Belgrader Konsulates durch den Generalinspektor des Außenministeriums im Jahr 2002. Kurz zuvor hatte Edelmayr Ferrero-Waldner von den Missständen berichtet. Aus dem Rohbericht gehe - so "News" - jedoch mit keiner Silbe hervor, dass die Visa-Missstände überprüft worden wären. Vielmehr wurde im Bericht ausgerechnet ein Beamter in höchsten Tönen gelobt, der heute von der Justiz als "Verdächtiger" geführt wird. (APA)