"Eine Doku so ausladend,

großzügig, überschwänglich wie der Ort, den sie porträtiert." So kündigte der ORF den Film "Rückkehr ins Paradies - Schloss Hof, Prinz Eugen und das Barock" am Feiertagsabend an. Gerade das Gegenteil war der Fall, und das war auch gut so: Die Stärke der filmischen Präsentation der renovierten Schlossanlage bestand in ihrer unaufgeregten, ruhigen und wenig sensationsheischenden Art.

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Regisseur Christian Puluj

gelang eine ausgewogene, gut strukturierte Mischung von Barockgeschichte, Biografischem zu Prinz Eugen, Details zur Revitalisierung des Schlosses (Möblierung, Neuinszenierung des Gartens) bis hin zu Kulinarischem, ohne mit Informationslastigkeit zu erdrücken.

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Die generell etwas einseitige Identifizierung

des Barock mit Üppigem, Pompösem, einer Zeit voller Lust und Lebensfreude, macht die Epoche für Interessierte greifbarer und schafft einen Zugang für die Konsumgesellschaft von heute.

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Dass man über solche vordergründigen Schlagwörter

zum barocken Lebensgefühl auch hier nicht hinwegkommt, traut man sich gar nicht mehr vorzuwerfen, die Freude, endlich wieder eine ORF-Doku (gemeinsam mit Interspot Film) mit klarem Aufbau und ohne irrelevante Abschweifungen Richtung Infotainment vorgesetzt zu bekommen, überwiegt.
Opernball-Kommentator Karl Hohenlohe führte durch die Sendung. Er störte nicht besonders, man hätte ihn aber auch getrost weglassen können. (pum/DER STANDARD, Printausgabe, 9.12.2005)

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