Wien - "Stalking" kommt aus der Jägersprache und meint das Anpirschen und Anschleichen an das Wild im Wald. Im Zusammenhang mit Psychoterror bedeutet es das permanente Nachstellen oder Verfolgen einer Person . Bisher war bekannt, dass Prominente von "Stalking" durch vermeintliche Fans betroffen waren. In den allermeisten Fällen handelt es sich allerdings um Frauen, die nach zerbrochenen Beziehungen unter dem Psychoterror ihrer früheren Partner leiden.

Im englischsprachigen Raum - wie in den USA oder Kanada - ist Stalking schon länger ein strafrechtliches Vergehen. Nun soll ein Gesetzesentwurf des Justizministeriums diese permanente Belästigung und Verfolgung einer Person auch in Österreich zu einem Straftatbestand machen. Das Vergehen, durch Aufdringlichkeit einen anderen Menschen "in dessen Lebensführung unzumutbar zu beeinträchtigen", soll mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe geahndet werden. Als "unzumutbar" werden im Entwurf beispielsweise permanentes Auflauern, Verfolgen, andauernde Anrufe, SMS oder Emails, sowie das Bestellen von Waren oder Dienstleistungen für das Opfer, erwähnt.

Bisher wurden betroffene Frauen oftmals mit ihrer Beschwerde von der Exekutive nicht ernst genommen oder es fehlte den Behörden schlichtweg eine gesetzliche Grundlage, um gegen derartiges Verhalten vorgehen zu können. Laut einer aktuellen Studie der Technischen Universität Darmstadt sind die Täter überwiegend Männer (81 Prozent) - und zwar vor allem den Opfern bekannte Männer (91 Prozent). In der Hälfte der untersuchten Fälle (befragt wurden 550 Opfer und 100 Täter) wandelte sich der Ex-Partner zum Stalker. (APA)