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Der Rotwein-Jahrgang erfüllt die Erwartungen, die im Vorfeld herbei geschrieben wurden. Und die Befürchtungen, aus mächtig viel Stoff, vielleicht noch mehr herausholen zu wollen, waren nicht gerade klein, angesichts eines für Rotwein geradezu idealen Witterungsverlaufes und das flächendeckend in allen Gebieten. Die Winzer schienen aber mit dem heißen Jahr 2003 deutlich mehr anfangen zu können und besser zurecht gekommen zu sein als noch mit - dem ebenfalls sehr heißen - 2000, bei dem ich das Gefühl des „Gut gemeint, aber nicht sooo gut“ nicht immer los wurde. Für 2003 manifestiert sich der Zug zum Positiven einmal darin, dass man sich bei hochgepowerten Weinen eingekriegt hat. Der Trend zum „Struktur-Trinken“ ist jedenfalls unüberschmeckbar. Es macht Spaß, eine Rotweinverkostung in vollem Umfang durchzumachen und am Ende fehlt das Feeling, ein Holzscheit anstelle von Zähnen im Mund zu haben.
Auch die immer größere Wertschätzung, die heimischen Rebsorten wie Blaufränkisch, St. Laurent und Zweigelt entgegengebracht wird, ist unübersehbar. Lagen und Rebsortenpotenziale werden immer weiter ausgelotet, und versprechen einiges für weitere Entwicklungen. Ob das jetzt daran liegt, dass Weingarten-Know-How kontinuierlich umfassender wird oder man erkannt hat, dass Konzentration & Co nicht immer und überall notwendig sind, oder ob die früher so hochgejubelten und gleichzeitig verteufelten Technologien überlegter und gekonnter eingesetzt werden, oder auch, ob man akzeptiert hat, dass Weinfans vielleicht seltener zu Alkoholbombern greifen und auch derzeit nicht bereit sind, jeden Preis zu zahlen, sei dahingestellt. Es wird ziemlich sicher eine Mischung aus allem sein. Das Ergebnis ist jedenfalls positiv.